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Alles, was du über Fahrrad-Aufbewahrung wissen solltest

Dein Fahrrad aufbewahren? Musst du dir wirklich darüber den Kopf zerbrechen? Kannst du es nicht einfach abstellen und gut is’? Kannst du schon. Aber vor allem, wenn die Aufbewahrung mehrere Monate oder den ganzen Winter dauert, und das Fahrrad in dieser Zeit nicht bewegt wird, darfst du dich nicht wundern, wenn es dann hinterher nicht so richtig will, und du dich vor den ersten Ausfahren auf die Jagd nach Ersatzteilen, Luftpumpe und Kettenfett machen musst. Hier erfährst du, wie du Lagerungsschäden an deinem Fahrrad vermeidest.

 

Fahrräder sind Outdoor-Sportgeräte und daher glücklicherweise eigentlich nicht besonders anfällig für Schäden durch Nässe oder kalte Temperaturen. Sie nehmen es auch nicht krumm, wenn sie für eine Weile nicht benutzt werden. Während einer Verletzungspause, weil du mehr als ein Fahrrad zur Auswahl hast, oder eben weil das Wetter kein Fahrrad-Wetter ist, zum Beispiel. Aber wenn du dein Fahrrad für mehrere Monate am Stück oder einen ganzen Winter aufbewahren willst, und es in dieser Zeit nicht bewegt werden soll, kannst du mit ein paar einfachen Vorkehrungen Lagerungsschäden vermeiden. Wir stellen sie dir hier Schritt für Schritt vor, weiter unten findest du eine Checkliste, damit du keine wichtigen Schritt vergisst!

 

Warum es sich lohnt, das Fahrrad (winterfest) zu lagern

“Standschäden”. Hast du vielleicht schon einmal gehört. Damit werden Defekte bei Autos zusammengefasst, die nach einer längeren Standzeit auftreten. Das kann dir auch beim Fahrrad passieren! Anfällig für Standschäden sind in erster Linie bewegliche Teile (also Antrieb und Bremsen) und Gummiteile (also Schläuche und Reifen). Fahrradteile aus Metall können außerdem rosten, oder zumindest Flugrost ansetzen. 

Immer wenn ein Fahrrad über einen längeren Zeitraum nicht benutzt wird, sollte es dafür vorbereitet werden. Vor allem aber, wenn es während dieser Zeit nass und frostig wird, lohnt sich eine sorgfältige Aufbewahrung. 

Dann kannst du meist mit wenig Aufwand direkt losradeln, in der Regel reicht es, die Reifen nachzupumpen. Insgesamt kannst du mit einer sorgfältigen Lagerung über längere Zeit oder den Winter die Lebensdauer des Fahrrads und seiner Komponenten deutlich verlängern, auch der Wiederverkaufswert bleibt höher!

 

Welche Fahrräder sollte man für die Aufbewahrung vorbereiten?

Lohnt sich die Sonderbehandlung nur für ein nagelneues, teures Fahrrad? Oder ein Top E-Bike? Nein, eigentlich hat jedes Fahrrad eine sorgfältige Lagerung verdient! Sicherlich solltest du ein neues, “gutes” Fahrrad auch besonders gut behandeln, aber da hier alle Komponenten noch frisch sind, stecken diese Fahrräder wahrscheinlich auch längere Standzeiten ohne sichtbare Schäden weg. Älteren Fahrrädern steckt dagegen womöglich schon etwas Verschleiß und Materialalterung in den Knochen, hier kann eine sachgemäße Lagerung die Betriebsdauer stark beeinflussen.

Wo kannst du dein Fahrrad aufbewahren?

 

Wenn du weißt, dass du dein Fahrrad oder E-Bike für einige Monate nicht benutzen wirst, solltest du es nicht einfach irgendwo parken. Such dir ein trockenes, sicheres Plätzchen für deinen Drahtesel! 

Hier hilft eine Fahrradhülle, ein Bike Cover oder eine “mobile Fahrradgarage”. Egal wie du es nennst, diese praktischen Schutzhüllen halten dein Fahrrad während der Aufbewahrung selbst im Winter einigermaßen trocken! 

  • Idealerweise ist der Lagerplatz für dein Fahrrad trocken. Du musst es aber nicht den ganzen Winter lang im Wohnzimmer aufbewahren. Ein Gartenhaus, Garage oder Keller sind gute Orte, an denen du dein Fahrrad trocken lagern kannst. Irgendwas mit Dach eben…
  • Wenn dir kein Fahrradkeller oder Ähnliches zur Verfügung steht, hilft eine “Fahrrad-Schutzhülle” (eine Kunststoff-Hülle, gibt es für eines oder zwei Fahrräder). Decke dein Fahrrad damit ab, dann steht es weitgehend trocken. 
  • Diese Hüllen verhindern gleichzeitig, dass das Fahrrad im Gartenhaus oder in der Garage einstaubt.
  • Wenn du dein Fahrrad im Keller, im Gartenhaus oder in der Garage unter einer solchen Hülle aufbewahren willst, solltest du hin und wieder überprüfen, ob sich Kondenswasser gebildet hat. Wenn unter der Hülle alles schwimmt, kannst du Bike und Hülle an einem sonnigen Tag im Freien trocknen lassen, bevor du das Fahrrad wieder verpackst. 
  • Ein frostfreier Abstellplatz wäre außerdem sehr von Vorteil. Zumindest sollten große Temperaturschwankungen vermieden werden. Du solltest dein Bike also im Winter nicht in der prallen Sonne abstellen, die es tagsüber stark aufwärmt, bevor es in der Nacht wieder schockgefrostet wird. 
  • Auch wenn du dein Fahrrad im Sommer aufbewahren willst, sollte es nicht direkt in der Sonne stehen. 
  • Wenn der Lagerplatz öffentlich zugänglich ist, solltest du das Fahrrad besonders gut vor Dieben schützen. Vermeintlich vergessene Fahrräder sind bei Dieben besonders beliebt! Sichere dein Fahrrad während der Lagerung mit einem guten Schloss oder sogar mit einem GPS-Tracker. Wenn dir kein Fahrradkeller und auch keine Garage als sicherer Parkplatz zur Verfügung stehen, solltest du gerade wertvolle Fahrräder sicherheitshalber registrieren und/oder codieren lassen!
  • Du kannst Dein Fahrrad an einer Wand- oder Deckenhalterung aufhängen, denn so ist die Aufbewahrung natürlich besonders platzsparend. Wenn es längere Zeit hängend aufbewahrt werden soll, ist es aber besser, wenn es horizontal am Rahmen und NICHT vertikal am Laufrad hängt!
  • Du kannst dein Fahrrad für die Aufbewahrung in einem Bodenständer oder Ausstellungsständer aufstellen, wenn es keinen Seitenständer hat. Es sollte auf keinen Fall umfallen und einfach liegen bleiben.

Fahrrad-Aufbewahrung leicht gemacht

Damit dein Fahrrad während der Aufbewahrung keine Standschäden ausbrütet, solltest du folgende Vorkehrungen treffen:

 

Der erste Schritt: Wasch dein Fahrrad vor der Lagerung gründlich!

Das Fahrrad muss sauber sein, wenn du es länger aufbewahren willst. Während frischer Dreck meist recht einfach abgespült werden kann, trocknen Staub und Schmutz während einer längeren Fahrpause so richtig schön fest. Die Schrubberei wird dann deutlich anstrengender und damit lästiger. Vor allem, bevor ein Fahrrad einen ganzen Winter lang herumsteht, solltest du es zuvor gründlich reinigen und gut trocknen lassen. Wir haben dazu einen ausführlichen Artikel mit Waschanleitung für dich, dort findest du wichtige Tipps, die dir helfen, dein Fahrrad sachgerecht zu waschen. Besonders wichtig ist eine gründliche Fahrradwäsche, bevor der Frost einsetzt! 

Weg mit dem Dreck! Für die Lagerung im Winter sollte dein Fahrrad blitzsauber sein! Bild © Peaty’s

Schritt 2: Gut geschmiert ist halb gewonnen!

Wenn es gewaschen und getrocknet ist, muss der Antrieb gut geschmiert werden. Auch für die Oberflächen der Tauchrohre und die Dichtungen an der Federgabel gibt es spezielle Pflegeöle. Alle Metallteile kannst du mit einem Korrosionsschutz versehen. Ein Pflegespray schützt zum Schluß die Oberfläche. Wie du die Fahrradpflege richtig anwendest, erfährst du ebenfalls hier im Bike Blog.

 

Schritt 3: Der passende Luftdruck für die Fahrrad-Aufbewahrung

  • Den Reifendruck kannst du, um das Material etwas zu entlasten, für die Aufbewahrung senken. Ganz entleeren solltest du die Reifen aber nicht! Der Reifen soll nicht mehr ganz so sehr unter Spannung stehen, sich aber nicht sichtbar unter dem Gewicht des Fahrrads “eindellen”.
  • Auch deine Dämpfer und die Federgabel können (je nach Bauweise) unter Luftdruck stehen. Der bleibt allerdings im Winter unangetastet. 

 

Schritt 4: Fahrrad-Aufbewahrung bei Bikes mit Kettenschaltung

Schalte bei deiner Kettenschaltung hinten (und vorne, wenn vorhanden) auf das kleinste Zahnrad. In dieser Position werden die Zugfedern entlastet, sie behalten so ihre Spannung und leiern nicht aus.

 

Schritt 5: Die Fahrrad-Bremse während der Lagerung

Auf jeden Fall sollten die Fahrrad-Bremsen sauber in die Winterlagerung gehen. Wenn du hydraulische Scheibenbremsen fährst, solltest du für eine längere Lagerung die gezogenen Bremshebel mit Klettbändern, Straps oder Kabelbindern am Lenker fixieren, das verhindert, dass die Bremse “Luft zieht” und im Frühjahr als erste Amtshandlung entlüftet werden muss. Bei mechanischen Bremsen kannst du dir diesen Arbeitsschritt sparen. Bei hydraulischen Bremsen ist es außerdem besonders wichtig, das Fahrrad horizontal zu lagern. Es sollte nicht vertikal hängend aufbewahrt werden, auch wenn das besonders platzsparend wäre. Auch hier können die Bremsen Luft ziehen. Dann bremsen sie nicht mehr richtig, und du musst sie entlüften.

 

Schritt 6: Bau vor der Lagerung deinen Fahrradcomputer ab

Damit er nicht von Frost oder Feuchtigkeit beschädigt wird, solltest du deinem Fahrradcomputer oder Fahrrad-Navi ein warmes Plätzchen in der Wohnung gönnen. Diese Geräte sind in der Regel zumindest vor Spritzwasser geschützt. Ständige Nässe tut ihnen aber nicht gut. Akkus und Batterien mögen zudem Dauerfrost nicht besonders. Es kann auch ratsam sein, die Batterien ganz zu entnehmen, damit sie nicht unbemerkt auslaufen. Die gleichen Vorsichtsmaßnahmen gelten für deine Akku-Fahrradbeleuchtung und den E-Bike Akku.

Mobile Fahrradnavis, digitale Tachos und Fahrradcomputer solltest du besser in Wohnräumen aufbewahren, wenn es kalt wird. Bild © Garmin 

Sonderfall E-Bike 

Auch ein E-Bike kannst du nach dieser Vorbereitung einlagern. Hier solltest du allerdings den Akku und das Display entnehmen, vor allem wenn das E-Bike draußen überwintert. Die Kontaktstellen sollten vor Nässe geschützt werden und hin und wieder musst du kontrollieren, ob sich dort kein Kondenswasser gebildet hat. 

 

Das eingelagerte Fahrrad während des Winters 

Dein Fahrrad ist fertig für die Aufbewahrung, du hast es gewaschen und gut geschmiert. Jetzt kannst du es einfach monatelang vergessen?! Nicht ganz. Ein paar Handgriffe solltest du während der Aufbewahrung einmal im Monat ausführen.

  1. Wenn dein Fahrrad auf dem Boden steht, heb’ einfach das Hinterrad hoch und dreh die Kurbel ein paar Mal. Wenn du es hängend aufbewahrst, ist das natürlich noch einfacher. Damit wird der Antrieb einmal durchbewegt, das verhindert, dass er sich an einer Stelle festsetzt und die Antriebsschmierung wird optimal verteilt. Wenn du es ganz genau nehmen willst, kannst du einmal “durchschalten” und die Schaltung dann wieder in einem kleinen Gang stehen lassen. 
  2. Dann solltest du beide Laufräder in einer neuen Position abstellen, damit nicht eine Stelle dauerhaft belastet wird. 
  3. Federe die Federgabel und am Fully den Dämpfer paarmal ein, damit sich das Dämpferöl wieder gut verteilt. 
  4. Zum Schluss kannst du den Reifendruck checken. Du musst hier nicht mit dem Manometer hantieren, denn der Reifendruck ist ja ohnehin schon gesenkt. Aber die Reifen dürfen nicht platt werden. Wenn ein Fahrrad wochenlang platt herumsteht, bekommen Mantel und Schlauch an der geknickten Stelle Risse.

Wenn dein Fahrrad hängend aufbewahrt wird, kannst du ab und zu die Kurbel drehen. Das war’s dann auch schon fast mit der Pflege! Bild © Cycloc

Die Checkliste zur Fahrrad-Aufbewahrung

Hier noch einmal die Checkliste für die Fahrrad-Aufbewahrung:

  • Fahrrad waschen
  • Antrieb schmieren
  • Pflegespray und Korrosionsschutz auftragen
  • Reifendruck etwas verringern
  • Schaltung auf die kleinsten Ritzel stellen
  • Fahrradcomputer, Fahrradnavi und Akkubeleuchtung abbauen
  • trockenen, sicheren Standort auswählen
  • Fahrrad gut abschließen und sichern
  • monatlich die Position der Laufräder ändern
  • wenn vorhanden, Dämpfer einfedern

 

Doch lieber radfahren im Winter? Falls du es dir anders überlegst…

Viele Fahrräder werden während des Winters in eine Zwangspause geschickt. Es ist absolut möglich, auch im Winter auf dem Fahrrad Spaß zu haben, oder es sogar täglich für den Weg zum Einkaufen oder zur Schule/Uni/Arbeit zu fahren. Wenn der Schnee sich meterhoch türmt, solltest du das Fahrrad lieber stehen lassen, ansonsten spricht nichts dagegen, sich auch in der kalten Jahreszeit in den Sattel zu schwingen und auf geräumten, gestreuten Straßen zu fahren. Wenn du mit dem Gedanken spielst, auch im Winter Radfahren zu gehen, solltest du zuvor unbedingt unsere Beiträge zu diesem Thema durchlesen.

 

Alles was du wissen musst, wenn du im Winter radfahren möchtest – die Blog-Serie:



Titelbild: Juan Encalada auf Unsplash

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