Der Winter mit dem Fahrrad – endlich sicher durch Eis und Schnee!

Im Winter Fahrrad fahren? Nicht jedermanns Sache! Viele Fahrräder werden ab dem Herbst in einen monatelangen Winterschlaf geschickt. Aber eigentlich muss das nicht sein, denn es gibt mittlerweile viele Accessoires, die dir dabei helfen, auch den Winter zur Fahrradsaison zu machen. Hier findest du jede Menge Tipps, die dir dabei helfen, auf zwei Rädern bestens durch Kälte, Eis und Schnee zu kommen. Den Anfang machen Fahrrad-Teile, die dein Fahrrad an die Anforderungen des Winterwetters anpassen. 

 

So ist Fahrradfahren im Winter total entspannt (statt gefährlich)

Die Bedingungen, die auf winterlichen Straßen herrschen, sind für Fahrradfahrer*innen auf den ersten Blick … eher suboptimal. Es ist nass, es ist rutschig und es wird kalt an Fingern, den Füßen und am Allerwertesten. Grund genug, das Fahrrad stehen zu lassen? Nein, mit unseren Vorschlägen wirst auch du zum begeisterten Ganzjahres-Radler! Kümmern wir uns zuerst um deine Sicherheit! Dieser Blog-Beitrag stellt dir Fahrrad-Ausrüstung vor, die im Winter besonders wichtig ist. 

 

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Keine Beleuchtung, keine Schutzbleche… damit du im Winter mit diesem Fahrrad fahren kannst, fehlen noch ein paar Teile! Bild © Lifecyclemedia

 

Im Winter ist eine gute Fahrradbeleuchtung Pflicht!

Ab dem Herbst wird es früher dunkel. Vor allem, wenn die Uhren auf Winterzeit umgestellt werden, fährt so manche*r Fahrradfahrer*in der Finsternis zur Arbeit und nach Hause. Daher ist es im Winter absolut lebensrettend, wenn dein Alltags-Fahrrad gut beleuchtet ist. Auch wenn du an trüben Tagen Trainingsrunden spulst oder mountainbiken gehst, bist du schlechter zu sehen. Sorge also im Winter dafür, dass dein Fahrrad gute Lichter hat! Ob du dir ein Fahrrad mit Dynamobeleuchtung zulegst, oder deinen Drahtesel für winterliche Lichtverhältnisse mit Akku-Lichtern zum Leuchten bringst, ist ziemlich egal. Irgendwelche Fahrrad-Lichter sind besser als gar keine Lampen!

 

Darauf solltest du beim Kauf von Fahrradlampen für den Winter achten:

  • Je besser die Lampen, desto sicherer bist du unterwegs. Achte also auf eine hohe Lux-Zahl. Mehr Lux heißt helleres Licht und damit bessere Sicht und besseres Gesehenwerden.
  • Auch eine große Reichweite des Lichtkegels ist wichtig.
  • Wenn du bei den schwierigen Lichtverhältnissen im Winter Fahrrad fährst, solltest du unbedingt mit Tagfahrlicht fahren. Wenn du Fahrradlampen mit Akku kaufen willst, ist eine möglichst lange Batterielaufzeit besonders wichtig. Denn die besten Fahrradlampen helfen dir nicht weiter, wenn ihnen ständig die Puste ausgeht!

 

Reflektoren an den Laufrädern sind ebenfalls gerade im Winter absolut unverzichtbar, denn sie machen dich von der Seite sichtbar. Wenn du Reflekoren und Lampen dann noch hin und wieder abwischst, ist dein Fahrrad vorbildlich beleuchtet – denn nur saubere Lampen und Selbstleuchter sind gut zu sehen.

Mehr über perfekte Fahrradbeleuchtung für den Winter findest du in dem Blogartikel “Tipps für deine Fahrradlichter”.

 

High-Vis-Bekleidung

Noch etwas besser wirst du gesehen, wenn du dich in leuchtende Fahrradbekleidung hüllst! Du musst nicht gleich eine Warnweste anlegen (obwohl viele Fahrradfahrer*innen das tun, um damit besser entdeckt zu werden). Es gibt immer mehr leuchtende oder reflektierende Kleidungsstücke und Taschen, die Fahrradfahrer*innen im Winter oder bei schlechtem Wetter tragen können.

 

Winter auf dem Fahrrad JackeFahrradfahren im Winter wird sicherer, wenn du gut zu sehen bist! Diese Jacke reflektiert einfallendes Licht. So wirst du garantiert nicht übersehen. Photo © Biehler

 

Die richtigen Fahrradreifen für genug Grip im Winter

Wenn du das Fahrradfahren auch im Winter nicht lassen kannst, solltest du dein Fahrrad je nach Modell und Einsatzbereich unbedingt auf die richtigen Reifen stellen!

Mountainbiker und Rennradfahrer unterscheiden vor allem bei Rennen ohnehin zwischen Reifen für trockene und feuchte Bedingungen. Auch beim Freizeit-Einsatz am Gravel-Bike oder für die tägliche Fahrt zur Arbeit lohnt es sich, einen Blick auf die montierten Schlappen zu werfen.

 

Generell solltest du im Winter folgende Aspekte bei deinen Fahrradreifen betrachten:

 

  • Ist noch ausreichend Profil vorhanden oder ist der Reifen abgefahren? Das Reifenprofil ist maßgeblich für den Kontakt zum Untergrund und damit für eine sichere Fahrt entscheidend. Wenn deine Reifen abgefahren sind, solltest du vor dem Winter unbedingt neue aufziehen! 
  • Ist die Gummimischung des Reifens weich oder eher hart? Weiche, "klebrige" Gummimischungen eignen sich bei rutschigen Verhältnissen besser als harte Reifen.
  • Es gibt Allwetterreifen, die für gelegentliche Fahrten bei schönem Winterwetter durchaus ausreichen können. 
  • Wenn du regelmäßig im Winter Fahrrad fährst, solltest du spezielle Winterreifen aufziehen. Die Hersteller verwenden dann eine besondere Gummimischung, die guten Halt verspricht. Zusätzlich ist das Profil für Nässe ausgelegt. 
  • Je breiter der Fahrrad-Reifen, desto mehr Auflagefläche und Grip bietet er. Es kann also im Winter helfen, einen Reifen zu montieren, der breiter ist als ein Allround-Reifen für den Sommer, auch wenn das etwas mehr Rollwiderstands bedeutet.
  • Je weniger Luftdruck du fährst, desto höher ist der Grip. Aber Achtung: Weniger Luftdruck im Reifen bedeutet mehr Rollwiderstand und das lässt wiederum die Pannenanfälligkeit steigen. Beachte den vorgegebenen Mindestdruck, den der Hersteller empfiehlt.
  • Wenn du in Gegenden mit viel Schnee und Eis fährst, kann es ratsam sein, für den Winter an deinem Fahrrad einen Reifen mit Spikes zu montieren, um immer und überall ausreichend Grip zu haben.



Winter auf dem Fahrrad

Selbst wenn im Winter die Straßen mit Eis und Schnee bedeckt sind, beißen sich Fahrradreifen mit Spikes durch. Bild © Schwalbe

 

Schutzbleche – damit der Schnee im Winter unter dem Fahrrad bleibt!

Trockene, kalte Wintertage sind für die meisten Fahrradfahrer*innen kein Problem. Richtig eklig wird es allerdings bei Nässe. Ein Laufrad wird hier zum gemeinen Teufelskreis. Du brauchst ein gutes Reifenprofil, damit dein Fahrrad auf der winterlichen Straße guten Halt findet. Viel Reifenprofil kann aber auch viel Wasser “tanken” und es am höchsten Punkt auf dich werfen. Schlimmstenfalls kann der fliegende Dreck sogar deine Sicht beeinträchtigen. Du solltest daher auf jeden Fall Schutzbleche am Fahrrad haben, die Wasser, Schneematsch und Streugut abfangen, bevor sie dir ins Gesicht und auf den Rücken fliegen. 

 

Wenn du für den Winter Schutzbleche an deinem Fahrrad montieren willst, gibt es folgende Optionen:

  • Besonders praktisch sind Schutzbleche, die fest installiert sind, so wie es bei den meisten Trekkingrädern und Citybikes ohnehin der Fall ist. Auch viele Gravel Bikes haben Fender direkt ab Werk montiert. Diese Schutzbleche bieten zwei Vorteile. Einerseits sind sie besonders stabil, dank ihrer seitlichen Streben wackeln, klappern oder vibrieren sie nicht. Aus dieser Konstruktion ergibt sich der zweite Vorteil: Diese Schutzbleche sind besonders breit und lang, sie decken daher einen großen Teil des Laufrads ab und schützen dich am besten vor fliegendem Dreck.
  • Wenn du zu Beginn des Winters feststellst, dass dein Fahrrad Schutzbleche braucht, kannst du am Rahmen nach den Anbauösen suchen. Wenn sie vorhanden sind, kannst du fest verbaute Schutzbleche mit Seitenstreben nachträglich montieren. 
  • Wenn die Anschraubösen an deinem Bike fehlen, kannst du auf Schutzbleche zurückgreifen, die mit Klettgurten oder Klemmen am Rahmen befestigt werden oder Steckschutzbleche verwenden.

 

Winter auf dem Fahrrad SteckschutzblecheAbhängig von der Hinterbaukonstruktion funktionieren Schutzbleche, die mit Kletthalterungen befestigt werden, sogar am MTB Fully. Bild © Topeak

 

  • Steckschutzbleche, Mudgurads und Assaver – diese mobilen Schutzbleche sind für gelegentliche Fahrten bei schlechtem Wetter ausreichend. 

 

Welche Schutzbleche sind die besten, wenn du im Winter häufiger Fahrrad fährst?

Wenn du im Winter regelmäßig auf dein Bike steigst, oder sogar für den täglichen Weg zur Arbeit auf das Fahrrad zählst, lohnt es sich auf jeden Fall, für ein paar Monate stabilere Schutzbleche anzubauen. 

Wenn du lieber darauf wartest, dass die Wintersonne sich zeigt, und die Straßen trocknen, solltest du trotzdem vorsichtshalber Mudguards daheim haben – und sie vielleicht sogar im Rucksack mitnehmen. 

 

Sind deine Fahrrad-Bremsen bereit für den Winter?

Nasse Fahrbahn und Glätte machen das Bremsen schwieriger. Wenn dann noch deine Bremsbeläge abgefahren sind, oder die Bremsen schlecht eingestellt sind, wird es richtig gefährlich. Es lohnt sich also, wenn du im Winter Fahrrad fahren willst, zuvor unbedingt die Bremsen zu checken!

Bevor der Winter beginnt, solltest du gegebenenfalls die Bremsbeläge erneuern, egal, ob du Scheibenbremsen oder Felgenbremsen fährst. Und Achtung! Auch bei Bremsbelägen gibt es unterschiedliche Material-Mischungen, die sich für verschiedene Wetterbedingungen eignen. Vielleicht braucht dein Fahrrad zusätzlich einen Bremsen-Service? Dann solltest du diesen einplanen, bevor das Winter-Schmuddelwetter so richtig zuschlägt!

 


Winter auf dem Fahrrad Bremsen

Auch Bremsbeläge können an die Wetterbedingungen angepasst werden. Bild © Kool Stop

 

Winter und Fahrrad – null Problemo!

Mit dieser Ausrüstung kommst du auf dem Fahrrad gut durch den Winter. Aber nicht nur dein Fahrrad braucht in der kalten Jahreszeit die richtige Ausstattung. Angepasste Fahrradbekleidung und eine gute Fahrradpflege sind ebenso wichtig. Daher findest du hier im Bike Blog weitere Beiträge zum Thema "Fahrrad im Winter":

 


Titelbild: Lifecyclemedia


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