Federgabeln

Mal eben über eine Wurzel shutteln, einen Schotterweg befahren ohne Schleudertrauma, ein spektakulärer Drop von einem Felsen – geht alles. Allerdings nur, wenn dein Fahrrad bereit ist, nachzugeben. Damit es flexibel auf widrige Untergründe regieren kann, ohne gleich zu Bruch zu gehen, braucht es eine Federgabel. Hier kannst du lesen, wann eine gefederte Gabel sinnvoll ist und wie du die passende findest.

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Die Federgabel macht dein Bike unabhängig von der Straße!

Der Legende nach entstanden die ersten gefederten Gabeln in den 1990erJahren, als Mountainbikes so richtig Fahrt aufnahmen. Möglicherweise schlurften einfach zu viele der ersten MTB-Nuts stotternd, mit schmerzenden Schultern und gebrochener Gabel heimwärts, weil das Material ihren Rides einfach nicht gewachsen war. Der Gabel etwas mehr Flex zu verschaffen erwies sich als Geniestreich, von dem nicht nur der Bergsport bis heute profitiert, auch am Langstreckenläufer Trekkingbike ist eine gefederte Gabel eine feine Sache.

Aber was genau zeichnet eine Federgabel aus, wann macht sie Sinn und vor allem...wie findest du die passende? Lies weiter, dann weißt du Bescheid!

Das kann eine Federgabel

Eine Federgabel am Fahrrad bringt dir zwei große Vorteile: 

  • Die Federung dämpft unebene Untergründe und sorgt so dafür, dass weniger Erschütterungen auf deine Arme und damit auf den gesamten Oberkörper einwirken. Das macht deine Fahrten insgesamt deutlich komfortabler. 

  • Der Bodenkontakt deines Bikes verbessert sich. Stellen wir uns vor, ein Stein, etwas kleiner als deine Faust, liegt vor dir. Wenn du darüber fährst, wird dein Vorderrad darauf reagieren. Ein Rad, das an einer starren Gabel sitzt, hüpft hoch oder rutscht seitlich ab. Sitzt das Rad an einer Gabel mit Dämpfer, federt das Federelement ein, du rollst über den Stein, fertig.

Abgesehen davon eröffnet eine Federung in der Gabel dir die gesamte Welt der Fahrrad-Tricks, Sprünge, Drops und sensationelle Stunts werden möglich.

Federgabeln sind daher vor allem an Trekkingbikes zu finden, denn auf langen Fahrrad-Expeditionen ist etwas Extra-Komfort immer willkommen. Die andere Fahrradsparte aus der Federgabeln nicht wegzudenken sind, sind Mountainbikes aller Art, hier sind die verbesserten Fahreigenschaften auf allen möglichen Untergründen beliebt.

Wie viel Federweg braucht deine Fahrradgabel?

Je nach deinem Einsatzgebiet und deinen Vorlieben solltest du den Federweg (auch Tauchweg oder Travel) deiner Federgabel wählen. Für entspannte Touren in mäßigem Gelände oder auf Schotterwegen sollten rund 80 – 120mm Federweg bei der Wahl der Federgabel bevorzugt werden. Die meisten Trekking-Gabeln bewegen sich in diesem Rahmen. Wenn es für dich mit dem Fahrrad häufiger über leichte Trails geht und Touren mit dem AllMountain-MTB, Trailbike oder CrossCountry-Mountainbike deine Vorliebe sind, eignen sich 120 – 140 mm Federweg. Biegst du auf deiner Tour auch mal in anspruchsvollere Trails mit gröberen Hindernissen ein, kannst du den Federweg deiner Gabel noch weiter erhöhen. 150 – 170 mm sollten hier meist ausreichend sein. Enduros kommen mit ähnlichen Werten daher. Als letzte Steigerung gibt es dann noch die Downhill und Freeride Federgabeln bei denen 170 – 200 mm Federweg ihrem Fahrer noch mehr Möglichkeiten bieten. Diese eignen sich vor allem für den Bikepark und angelegte Strecken mit großen Sprüngen, bei denen du auf große Federungsreserven angewiesen bist.

Let’s talk Federgabel!

Damit du überall mitreden kannst, erklären wir dir die wichtigsten Teile, Begriffe und Einstellmöglichkeiten einer Federgabel.

Die wichtigsten Teile einer Federgabel
  • die Gabelbeine sind die beiden Rohre, die links und rechts abwärts führen und das Vorderrad halten
  • die Gabelbrücke verbindet die Gabelbeine oben miteinander
  • die Ausfallenden halten am unteren Ende der Gabel die Achse 
  • das Tauchrohr taucht in das Standrohr ein, wenn die Federung einfedert
  • der Gabelschaft verbindet Gabel und Fahrradrahmen
  • die Aufnahmen für die Bremse legen fest, ob du eine Felgenbremse oder eine Scheibenbremse anbauen kannst 
  • Federgabeln gibt es mit einer sogenannten Single Crown, also mit einfacher Gabelbrücke oder mit Dual bzw. Double Crown oder Doppelbrücke
  • der Federweg, Travel oder Tauchweg ist die Länge des Tauchrohrs, die in das Standrohr eintaucht wenn die Federung einfedert, sie wird in mm gemessen; je größer die Zahl, desto mehr gibt die Gabel nach
Right-side-up oder Upside-down?

Federgabeln können „falsch herum oder richtig herum“ aufgebaut sein. Right-side-up bedeutet, dass direkt an der Gabelbrücke dünne Standrohre montiert sind, die in dickere, unten gelegene Tauchrohre einfedern. Bei einer Upside-down-Gabel kommen dünne Tauchrohre von unten an der Nabe. Die dickeren Standrohre gehen hier von der Gabelbrücke aus. Diese Federgabeln gelten als besonders sensibel.

Einstellmöglichkeiten einer gefederten Fahrradgabel
  • Compression (Druckstufe)

Die Druckstufe ist für die Einfedergeschwindigkeit zuständig und ist an der Federgabel meist über einen blauen Drehknopf mit Plus und Minus einzustellen. Mit dieser Einstellung regelst du den Öldurchfluss beim Betätigen des Hubs in der Gabel-Hydraulik. Ist die Kompression zugedreht, federt die Gabel langsamer. Ist die Druckstufe offen, wird der Öldurchfluss größer und das Federelement arbeitet schneller.

  • Highspeed und Lowspeed Compression

Bei hochwertigen Gabeln wird die Druckstufe in zwei Bereiche geteilt. Du kannst einstellen wie schnell oder langsam die Gabel bei langsamen und schnellen Stößen arbeitet. So kannst du eine Feinabstimmung für verschiedene Highspeed-Passagen wie Wurzeln oder Steinfelder und Lowspeed Passagen wie Sprünge und Antritt machen.

  • Rebound oder Zugstufe

Die Zugstufe, auch Rebound genannt, stellst du meist über einen roten Drehknopf ein. Du findest ihn meist unten an den Standrohren der Gabel. Diese Einstellung ist der Gegenpart zur Druckstufe. Hier stellst du die Rückflussmenge des Öls ein, sie entscheidet über die Ausfedergeschwindigkeit.

  • Highspeed und Lowspeed-Rebound

Auch bei der Zugstufe gibt es bei hochwertigen Federgabeln den Unterschied zwischen High und Lowspeed-Abstimmung. Ähnlich wie bei der Druckstufe entscheidest du hier wie die Gabel bei schnellen und langsamen Passagen arbeitet.

  • SAG oder Negativfederweg

Über den SAG stellst du den Negativfederweg ein. Dieser ist dafür zuständig, wie weit das Federelement einsinkt, wenn du auf deinem Bike stehst. Im Enduro- und Downhill-Bereich ist die 25% Marke ein beliebter Einstellwert. Bei Luftfedergabeln stellst du den SAG ganz einfach über eine Dämpfer/Gabelpumpe ein. Als Indikator für den Negativfederweg wird, der meist rote O-Ring, der um das Federbein liegt, nach unten geschoben. Beim Test schiebt sich dieser an die jeweilige Stelle und du kannst leicht auf der aufgedruckten Skala die Prozentzahl ablesen und gegebenenfalls nachjustieren. Bei Federgabeln mit Stahlfedern muss man oftmals die Federelemente tauschen.

Welche Federungen gibt es?

Verschiedene Federungselemente sind im Einsatz, damit deine Fahrt möglichst geschmeidig verläuft. Elastomer-Polster sind die billigsten davon, aber sie haben nur eine sehr begrenzte Lebensdauer und bieten wenig bis keine Einstellmöglichkeiten. Daher sind sie heute kaum noch zu bekommen. Einfachere und meist günstigere Federgabeln puffern über eine Stahlfeder. Wenn du die Härte der Federung anpassen möchtest, musst du die Feder austauschen. Zusätzlich lässt sich oft die Zugstufe einstellen, sie bestimmt, wie schnell bzw. langsam eine Federgabel federt. Gabeln im Top-Segment setzen oft auf eine Luftkartusche. Bei einer solchen luftgefederten Gabel lässt sich die Federung exakt auf das Fahrergewicht und die Vorlieben des Fahrers anpassen, eine optimale Abstimmung auf individuelle Gegebenheiten wie Gewicht, Untergrund und Bike-Erfahrung, sowie persönliche Vorlieben ist problemlos möglich.

Welche Federgabel für welche Laufradgröße?

26 Zoll Federgabeln

26 Zoll Fahrräder werden immer seltener, bei den meisten Bikes wurde die Laufradgröße durch 27,5 Zoll oder 29” ersetzt. Doch ganz ausgestorben ist die 26 Zoll Gabel allerdings nicht. Da diese Gabeln meist dann ran dürfen, wenn Agilität und Wendigkeit gefragt sind, findest du die Radgröße bevorzugt im Mountainbike-Sektor bei Dirtridern und Slopestylern. Diese Federgabeln sind oft mit 100 mm bis 120 mm Federweg ausgestattet.

27,5 Zoll Federgabeln

Die Laufradgröße 27,5 Zoll ist zum neuen Standard im All Mountain, Enduro und Downhill geworden. Wir bieten dir eine große Auswahl an 27 Zoll Federgabeln mit Federweg von 100 mm bis satten 203 mm. Diese Federgabeln gibt es mit verschiedenen Federungssystemen. 

28-Zoll Federgabel

An einem Trekkingbike oder einem City-Bike sind häufig 28-Zoll-Laufräder zu finden, mit dieser Größe kommen die meisten Erwachsenen bestens zurecht. Daher sind viele Fahrrad-Gabeln mit Dämpfer in dieser Größe erhältlich.

29 Zoll Federgabel

Die laufruhigen 29 Zoll-Räder sind vor allem im Cross-Country-, All-Mountain- und Enduro-Bereich weit vertreten. Wir bieten dir in unserem Onlineshop 29 Zoll-Federgabeln mit den gängigen Dämpfer-Kapazitäten von 100 mm, 120 mm, 140 mm, 150 mm, 160 mm, 170 mm und 180 mm an. Die Federgabeln bieten dir großen Fahrkomfort auf langen Touren auf unwegsamen Gelände und ausreichend Kontrolle auf ruppigen Downhill-Passagen. 

>Schau dich bei unseren Mountainbikes, Fullys, Hardtails und Trekkingbikes um, dort kannst du sehen, wie sich eine Federgabel am Bike so macht!

Die passende Federgabel finden

Einige unterschiedliche Bauteile bestimmen, ob eine Gabel an dein Fahrrad passt – oder eben nicht. 

Welcher Gabelschaft?

Logischerweise muss der Gabelschaft zu deinem Fahrradrahmen passen. Es gibt unterschiedliche Außendurchmesser, 1 Zoll ist ein Standardmaß, aber viele Hersteller bauen Gabeln mit einem anderen Schaft-Maß. Auch die Schaftlänge ist von Gabel zu Gabel unterschiedlich, der Schaft kann notfalls gekürzt werden. 

Welches Steuersatz-System?

Der Steuersatz sorgt dafür, dass die Gabel fest, aber leichtgängig im Steuerrohr sitzt. Es gibt unterschiedliche Steuersätze, die gängigsten sind Ahead, Tapered und Gewinde-Steuersätze. Beim Kauf einer neuen Gabel musst du das passende System auswählen, du kannst es einfach in unseren Filtern einstellen. 

Welche Bremse? 

Die meisten Fahrräder, die eine Federgabel haben, werden heute mit Scheibenbremsen verzögert. Trotzdem gibt es sie – Federgabeln mit Aufnahmen für Felgenbremsen. Was die Vorteile der beiden Bremssystem sind, kannst du bei unseren Fahrradbremsen nachlesen, an dieser Stelle musst du einfach nur die richtige Gabel dazu auswählen. 

Welche Achse?

Es gibt die unterschiedlichsten Achsstandards und immer noch kommen neue dazu. Viele Fahrradhersteller haben im Laufe der Jahre ein eigenes System entwickelt, jedes hat seine Vor- und Nachteile. In den Spezifikationen unserer Gabeln kannst du unter “Einbaustandard” nachlesen, für welche Achsen sie sich eignen. Boost, Standard, Schnellspanner oder Steckachse – du findest hier sicher das passende System zu deinem Fahrrad.

Finde die perfekte Federgabel im BMO-Onlineshop

Wir haben die unterschiedlichsten Federgabel hier für dich im Angebot, damit du auch wirklich die passende findest. Es gibt Gabeln für Trekkingräder und Mountainbikes, mit viel Federweg, mit weniger Federweg, günstige und Top-Modelle. Auch wenn du lieber eine unkomplizierte Starrgabel montieren möchtest, kannst du hier eine finden und bestellen. Welche Gabel auch immer – vergiss nicht, das nötige Werkzeug zu kaufen, denn du willst deine neue Gabel dann sicher auch schnellstens einbauen. Ganz wichtig: für eine luftgefederte Federgabel brauchst du eine Dämpferpumpe!