Innenlager und Zubehör

Wenn du schon das eine oder andere Fahrrad auseinander genommen hast, ist dir wahrscheinlich dabei ein Innenlager begegnet und du weißt, was es tut. Es ist aber auch nicht weiter schwer, die Funktion des Innenlagers zu erklären: es verbindet die Tretkurbel mit dem Rahmen und sorgt dabei dafür, dass sie beweglich bleibt und sich dreht. Ohne Innenlager kannst du nicht in die Pedale treten, daher sind Innenlager auch als Tretlager bekannt. Etwas kniffliger ist die Auswahl eines passenden Innenlagers für dein Fahrrad, weiter unten findest du zahlreiche Kauftipps, die dir die Suche erleichtern.

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Fahrrad Innenlager in verschiedenen Einbaustandards

Wir haben was, das du nicht siehst … und ohne funktioniert dein Fahrrad nicht! Egal, ob du ein Performance-Bike, also ein Gravel Bike, Mountainbike oder Rennrad fährst, oder ein praktisches Alltagsrad wie ein City-Bike oder Trekkingbike hast, es hat ein Innenlager. Du kannst es nicht sehen, denn es steckt im Rahmen, genauer gesagt im Tretlagergehäuse. Dort lagert es die Verbindung der beiden Kurbelarme, so können sie sich drehen und du kannst ordentlich Gas geben. Das Innenlager macht ein Fahrrad also erst zu einem Fahrrad. 

Innenlager oder Tretlager? 

Früher war die Bezeichnung “Tretlager” häufiger anzutreffen, heute ist bei diesen Fahrradteilen in der Regel eher vom Innenlager die Rede, obwohl das eigentliche Lager – je nach Bauart – oft außen am Rahmen liegt. Innenlager haben sich über die Jahre sehr verändert, dabei wurden sie leichter und effizienter, leider entstanden unterwegs aber auch zahlreiche Variationen, die sich von Hersteller zu Hersteller stark unterschieden und zum Rahmen einerseits und zur Kurbel andererseits passen müssen.

Die Geschichte des Innenlagers

Bei älteren Fahrrädern waren die beiden Kurbelarme und die Achse dazwischen eine gebogene Metallstange, das war sehr praktisch und wartungsarm, allerdings brachte dieses System eine Menge Gewicht mit. So wurden die Kurbelarme, die Kurbelwelle und das Lager zu einzelnen Komponenten, jedes davon wurde Schritt für Schritt gewichtsoptimiert. Die ersten Innenlager mit freiliegenden ungekapselten Kugellagern waren ein Fortschritt, leider verwöhnten sie ihre Besitzer nicht mit einer langen Laufzeit. Die heute häufig verbauten Patronenlager sind leicht und vollständig abgedichtet, so haben sie eine deutlich höhere Lebensdauer. 

Das Innenlager ist ein Verschleißteil

Das Innenlager (oder Tretlager) muss eine ganze Menge aushalten. Deine gesamte Muskelkraft arbeitet an der Kurbel, und wenn du dich im Wiegetritt eine Steigung hocharbeitest, lastet dein Körpergewicht auf den Pedalen, damit auf den Kurbelarmen und damit auf dem Innenlager. Außerdem ist es ständiger Reibung ausgesetzt und wie alle Teile “ganz unten” am Fahrrad bekommt es jede Menge Wasser, Staub, Streusalz und so weiter ab. Wenn es irgendwann beim Treten knirscht oder knackt, kann es weiterhelfen, das Lager zu reinigen und neu zu schmieren, möglicherweise braucht dein Bike aber ein neues Innenlager. Unser Auswahlmenü links hat es dir schon verraten, es gibt verschiedene Innenlager, sie unterschieden sich abhängig vom Hersteller, du kannst sie in unterschiedlichen Varianten und Einbaugrößen kaufen. 

Welches Innenlager passt zu meinem Fahrrad? 

Leider gibt es unter den Herstellern keinerlei Konsens was die Größe und Form von Tretlagergehäuse und Kurbelwellen angeht. Es gibt daher Innenlager nicht nur in verschiedenen Achslängen, es gibt auch die unterschiedlichsten Systeme, auch Einbautypen oder Einbaustandards genannt. Welches Innenlager du kaufen musst, hängt von deinem Fahrradrahmen, genauer vom Tretlagergehäuse, ab, denn es gibt sie mit Gewinde oder ohne. Natürlich muss auch die Größe des Innenlagers zu deinem Rahmen passen. In einem dritten Schritt muss die Tretkurbel dann zum Innenlager passen. 

Die Bezeichnungen der Artikel sind gerne etwas kryptisch, oft sind es ein paar Buchstaben, gefolgt von Zahlen. Die Buchstaben sind in der Regel Kürzel der Eigenschaften (zum Beispiel PF für Press Fit, oder BB für bottom bracket), die Zahlen beziehen sich oft auf Durchmesser oder Breite. Weiter unten haben wir ein paar der wichtigsten Bezeichnungen zusammengetragen. 

Mit oder ohne Gewinde?

Es gibt ganz grundsätzlich zwei unterschiedliche Einbautypen, Innenlager mit Gewinde und Innenlager ohne Gewinde.

  • Innenlager mit Gewinde haben am Rand “Kerben”, so können sie mit einem einem entsprechenden Innenlager-Werkzeug montiert werden. Damit sie verschraubt werden können, hat das Tretlagergehäuse ein sichtbares Gewinde, das Gegenstück dazu ist am Tretlager zu erkennen. 
  • Innenlager ohne Gewinde werden in den Rahmen eingepresst. Du erkennst sie daran, dass kein Gewinde zu sehen ist und an der Bezeichnung PF (Pressfit).

Innenlager – welche Größe?

Das Tretlagergehäuse, also der Hohlraum des Rahmens, in den das Tretlager eingebaut wird, gibt die Größe des Innenlagers vor. Damit du ein Innenlager kaufst, das dann auch ins Tretlagergehäuse passt, findest du sie bei den Artikeln hier im Onlineshop passend zu unterschiedlichen Gehäusestandards. Es gibt auch einen Filter, der die Auswahl auf die Modelle reduziert, die deiner Suche entsprechen. 

Wenn du ein Ersatzteil für ein verschlissenes Innenlager suchst, ist es am einfachsten, das alte unter die Lupe zu nehmen, denn oft sind dort die Maße eingeprägt. Ein verschlissenes Innenlager durch ein identisches neues zu ersetzen ist tatsächlich die sicherste Wahl! Wenn keines vorhanden oder erhältlich ist, kannst du die Breite und den Durchmesser aber auch mithilfe eines Meterstabs oder mit einer Messlehre (findest du bei unseren Messinstrumenten) messen. Wenn du etwas genauer hinschaust, klappt das auch bei montiertem Innenlager, du darfst dann einfach außenliegende Lagerschalen und eventuell vorhandene Spacer nicht mitmessen. 

Mit Adaptern oder Spacern kannst du ein kleineres Innenlager an den Rahmen anpassen, du findest sie beim Zubehör zu Innenlagern. Umgekehrt funktioniert das natürlich nicht, ein zu großes Innenlager ist und bleibt zu groß.

BSA, ITA oder französisch bezeichnen unterschiedliche Gewindemaße und Richtungen, also die TPI ( Anzahl der Windungen des Gewindes) und linksdrehende oder rechtsdrehende Gewinde. 

68mm und 73mm

68mm und 73mm sind besonders häufig auftretende Innenlager-Breiten, die an vielen Fahrrädern auftreten. An vielen … aber eben nicht an allen!

Gibt es Innenlager speziell für MTBs und Rennräder?

Für Mountainbikes werden robuste, breite Innenlager gebaut, die in die entsprechend großvolumigen Enduro, Trail oder Freeride-Rahmen passen (89,5mm bis 92mm Breite). Auch bei den Innenlagern sind die größten Komponenten – wie üblich – im Downhill-Bereich zu finden (104,5mm bis 107mm). Beim Rennrad liegen Maße und Gewicht am unteren Ende der Skala (z.B. 86,5mm Breite), Trekking- und Citybikes liegen irgendwo dazwischen. Die Hersteller unserer Innenlager bauen viele unterschiedliche Versionen, hier ein bestimmtes Innenlager für eine Fahrradart zu empfehlen, würde unseren Rahmen leider komplett sprengen!

E-Bikes sind ein Sonderfall. Die meisten E-Bikes haben heute einen Mittelmotor, der mittig im Bereich der Kurbel sitzt. Somit gehört das Tretlager zum Bereich des Antriebs, und Reparaturen in Eigenregie können dazu führen, dass die Garantie des Pedelecs verfällt.

Achstypen

Wenn du ein Innenlager gefunden hast, das du in deinen Rahmen einbauen kannst, ist die Auswahl einer kompatiblen Kurbel an der Reihe. Hier sind drei System besonders häufig, du findest sie hier im Shop auch links als Filter.

  • Hohlachsen Innenlager: Im Gegensatz zu Vielzahn- oder Vierkant-Innenlagern ist bei diesem Tretlagertyp die Achse nicht Teil des Innenlagers. Dieser Standard ist heute bei den meisten hochwertigen Mountainbikes, Crossbikes oder City-Fahrrädern vertreten. Die Achse der Kurbel wird bei einem Hohlachsen-Innenlager durch den Hohlraum des Innenlagers geführt. Achtung: hier musst du die passende Einbaubreite und Gehäusegröße kaufen. 
  • Vierkant Innenlager: Vierkant-Innenlager sind besonders oft bei älteren und preiswerten Fahrrädern verbaut. Bis etwa zum Jahr 2000 waren Tretlager mit integrierter Vierkantachse Standard, es gab sie bei Rennrädern, Mountainbikes und zahlreichen anderen Rädern. Vierkantlager gibt es oft als ISO-Standard oder JIS-Standard.
  • Vielzahn-Innenlager: Ebenso wie bei dem Vierkant-Innenlager ist beim Vielzahnlager die Achse Teil des Tretlagers. Die Kurbelarme werden hier links und rechts auf die Achse gesteckt. Die Aufnahme für die Kurbel hat viele “Zacken” um eine möglichst große Flächenverteilung und damit eine gute Kraftübertragung zu erzielen; daher kommt auch der Name dieses Innenlagerstandards. Vielzahnlager gibt es als Power-Spline und in herstellerspezifischen Ausführungen.

Innenlager-Latein:

PF:  Pressfit, Innenlager ohne Gewinde, die eingepresst werden müssen

BB:  Bottom Bracket, englisch für Innenlager, oft in der Artikelbezeichnung zu finden

Gehäusestandard: Durchmesser und Gewinde des Tretlagergehäuses

Einbautyp: bezeichnet die Art des Einbaus – mit Gewinde oder ohne

Achstyp: Es gibt Kurbelwellen (Achsen), die fester Teil des Innenlagers sind (z.B. Vielzahn und Vierkant). Andere sind fest mit einem Kurbelarm verbunden, sie werden in ein Hohlachsen-Innenlager gesteckt.

Achslänge: wichtig beim Kauf von Innenlagern, bei denen die Kurbelwelle Teil des Lagers ist

Hollowtech: Bezeichnung für Shimanos Lagertechnik, die Kurbeln und die Achse sind hohl, daher besonders leicht

Octalink: das Keilverzahnungssystem von Shimanos Innenlagern; es gibt Octalink V1 und Octalink V2

ISIS: International Spline Interface Standard, Keilverzahnungssystem, das als Konkurrenz zu Octalink entwickelt wurde

Vierkant JIS: Vierkant-Variante, vor allem bei asiatischen Herstellern 

Vierkant ISO: Vierkant-Variante, vor allem bei europäischen Herstellern

Power Spline: Vielzahn-Profil mit 12 Zähnen

GXP: Schmutzversiegelung der SRAM Lager; wird durch SRAM Dub abgelöst

DUB: Durable Unifying Bottom Bracket, Kurbel- und Innenlagerkombi von SRAM

TPI: Threads per Inch, Gewindesteigung, die Anzahl der Rillen des Gewindes 

Linksgewinde, Rechtsgewinde: Drehrichtung des Gewindes

BSA: British Small Arms (es gibt auch andere Bezeichnungen), eine Norm für die Fertigung der Gewindeschalen, auch unter “english” zu finden

ITA: kurz für Italienisch, ebenfalls ein Gewindemaß, es gibt außerdem schweizer Gewinde und spanish

Kurbelwelle: Verbindung der Kurbelarme

Zweiteilige Kurbeln: Bei älteren und günstigen Systemen kann die Kurbelwelle Teil des Innenlagers sein, sonst ist sie als separates Teil mit dem rechten Kurbelarm verbunden, der linke Kurbelarm wird verschraubt. 

Das passende Innenlager auf BMO online kaufen

Wenn du dein altes Innenlager zur Hand hast, ist der Kauf denkbar einfach: such dir einfach eines aus, das den aufgedruckten Spezifikationen entspricht. Wenn nicht, ist das auch kein Grund zu verzweifeln, selbst Fahrradprofis müssen oft etwas recherchieren, bis sie ein Innenlager gefunden haben, das zwischen ihren Fahrrad-Rahmen und ihre Kurbelgarnitur passt! Wenn du dir nicht sicher bist, was passt, wende dich einfach an unseren Support, wir melden uns schnellstmöglich bei dir. Für die Montage eines Innenlagers brauchst du außerdem das passende Werkzeug, mit den falschen Tools kannst du dein Lager schlimmstenfalls ruinieren! Hier im Onlineshop findest du Innenlager-Abzieher und Innenlager-Schlüssel für die unterschiedlichsten Baureihen.