Fahrrad-Sicherheit in der City – die 6 besten Tipps

Fühlst du dich wirklich sicher, wenn du mit dem Fahrrad in der Stadt unterwegs bist? Sicherheit sollte in der City eigentlich kein Problem sein, denn die Wege sind kurz, überall stehen Straßenlaternen und Autos dürfen ohnehin höchstens 50 km/h fahren. Außerdem bieten die meisten deutschen Städte mittlerweile mehr oder weniger gut ausgebaute Radwege. Aber bietet das wirklich für Menschen auf dem Fahrrad genug Sicherheit?

 

Viele Radfahrer*innen fühlen sich in der Stadt nicht sicher. Aber warum eigentlich?

Der Straßenverkehr ist nicht so schnell wie außerorts auf der Landstraße, fast überall gibt es genug Licht, um Hindernisse zu erkennen und es gibt mehr und mehr Radwege. Aber es kommt trotzdem in Städten täglich zu Fahrradunfällen. Einer der Gründe für die mangelnde Sicherheit ist der dichte Straßenverkehr. Auf städtischen Straßen ist es meist  voll, der Mix aus Autos, Fußgängern, Straßenbahnen, Fahrrädern, Kinderwagen, Hunden und so weiter macht die Situation oft unübersichtlich und komplex. Wenn dann noch schlechte Sichtverhältnisse und Nässe oder Glätte ins Spiel kommen, leidet die Sicherheit für Radfahrer zusätzlich. Laut Statistik waren allein 2021 mehr als 80 000 Radfahrer in einen Unfall verwickelt; Kinder, Jugendliche und Senioren sind besonders gefährdet. 

 

Sicherheit und Fahrrad sind darum ein heikles Thema, gerade in der Stadt wird es schnell gefährlich. Hier sind unsere 6 besten Tipps, die das Radfahren in der Stadt sicherer machen.  

Für Fahrräder leidet die Sicherheit in der Stadt ganz besonders bei Nässe und schlechter Sicht! Bild © Aleksandar Spasojevic

1. Mehr Sicherheit auf dem Fahrrad durch seitliche Sichtbarkeit

Leider vertrauen immer noch einige Radfahrer auf die Straßenbeleuchtung und fahren ganz ohne Fahrradlampen durch die Stadt. Das ist nicht nur verboten, sondern auch fahrlässig! Viele Fahrräder haben heute eine sehr gute Beleuchtung, und das ist auch gut so. Aber bei Fahrradbeleuchtung denken die meisten Biker nur an den Scheinwerfer vorne und eine rote Funzel hinten. Für Überlandfahrten mag das Sinn machen, aber an Kreuzungen – und davon hat eine Stadt eben eine ganze Menge zu bieten – bekommst du es oft von der Seite mit Fußgängern, anderen Fahrradfahrer*innen oder Autos zu tun und die sehen Lampen schlecht, wenn sie nur nach vorne und hinten strahlen. Darum sollte dein Bike unbedingt die vorgeschriebenen Katzenaugen in den Speichen oder den ebenfalls zugelassenen Leuchtstreifen rund um den Mantel haben. 

Für noch mehr Sicherheit sollten alle, die viel in der Stadt unterwegs sind, darauf achten, dass ihre Fahrradlampen seitlich leuchten. Auch Tagfahrlicht, Standlicht und Bremslicht sind heute am Fahrrad keine Seltenheit und auch tagsüber absolut empfehlenswert, denn sie erhöhen die Sicherheit deutlich. 

 

Fahrradlampen, die seitlich zu sehen sind, erhöhen die Sicherheit für Fahrradfahrer*innen in der Stadt deutlich! Bild © Sigma Sport

2. Durchblick sorgt für Sicherheit auf dem Fahrrad!

Wenn du auf dem Fahrrad unterwegs bist, solltest du absolut nichts übersehen, was im dichten Stadtverkehr passiert. Und das ist dank der wechselnden Lichtverhältnisse besonders schwierig! Stell dir vor, du fährst eine Straße entlang: Zwischen den Häusern ist es schattig, auf der Querstraße blendet dich das pralle Sonnenlicht, unter einem Baum wird es plötzlich dunkler und du siehst für einen Moment gar nichts mehr… Ständig auf dem Fahrrad mit Brillen zu hantieren, lenkt dich vom Straßenverkehr ab. Vor allem, wenn es in deiner Stadt Straßenbahnschienen gibt, solltest du wirklich immer sehen, was vor dir liegt! Wie kannst du da für mehr Sicherheit sorgen?

 

Wir haben hier gleich drei sichere Lösungen für dich auf Lager: 

  • Such dir eine Fahrradbrille mit leicht getönten Gläsern aus. Eine leichte Schattierung gleicht wechselnde Lichtverhältnisse aus und schont damit deine Augen. 
  • Bei einigen Fahrradbrillen kannst du die Gläser wechseln. So kannst du an sonnigen Tage durch dunklere Scheiben sehen, für weniger helle Tage sind leicht getönte Scheiben optimal.
  • Trage einen Cityhelm mit klappbarem Visier, so kannst du mit einem Handgriff dein Blickfeld an das Licht anpassen. 

 

Unser Tipp: Klare Fahrradbrillen helfen dir auch weiter, wenn deine Augen auf dem Fahrrad tränen. Mit tränenden Augen kannst du nichts mehr erkennen, eine klare Brille blockt den Fahrtwind ab und sorgt für gute Sicht. Auch bei Regen verbessert eine klare Brille den Durchblick.

Ein Fahrradhelm mit Visier ist eine feine Sache! Das leicht getönte Visier gleicht wechselndes Licht aus, so übersiehst du nichts, und das macht Fahrradfahren in der Stadt deutlich sicherer! Bild © Lumos

3. Eine schwere Tasche wird auf dem Fahrrad zum Sicherheits-Risiko

Viele Menschen, die mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren, haben eine Menge dabei. Du kannst Arbeitsunterlagen oder Einkäufe natürlich auf dem Fahrrad transportieren, aber es gibt eine Sache, die du dabei beachten solltest: Dein Gepäck muss immer gut gesichert sein! 

 

In der Stadt brauchst du deine gesamte Aufmerksamkeit für die Straße, du solltest also Ablenkungen unbedingt vermeiden. Dazu gehört auch, dass du dein Gepäck sicher verstaut hast.

 

Du darfst nichts verlieren, denn was herunterfällt, wird meistens in Sekunden vom nächsten Auto überrollt! Andererseits möchtest du aber auch nicht, dass dir etwas geklaut wird. Alles sollte diebstahlsicher verpackt sein! 

Gute Fahrradtaschen, ein Fahrradkorb plus Spanngurt oder ein Rucksack sind sichere Transportmöglichkeiten. Viele CityBikes haben auch einen schicken Frontkorb, aber der ist mit Vorsicht zu genießen! Je schwerer du ihn bepackst, desto mehr kann er das Handling des Fahrrads verändern und sogar den Fahrweg beeinflussen! 

 

Wähle die RICHTIGE Umhängetasche zum Radfahren!

Je sportlicher du auf dem Bike sitzt, desto problematischer wird das Tragen einer Umhängetasche. Wer ganz aufrecht auf einem Citybike oder Hollandrad fährt, muss hier nichts befürchten, aber für eine gebeugte Sitzposition eignen sich Messenger Bags nicht. Je schwerer die Tasche wird, desto größer ist die Wucht, mit der sie dir irgendwann vom Rücken zur Seite rutscht. Die rutschende Tasche ist nervig, sie lenkt dich ab und kann dich sogar vom geraden Weg abbringen.

Wenn du mit einer Messenger Bag Fahrrad fahren willst, sollte es unbedingt eine für Radfahrer sein. Diese Taschen haben einen zusätzlichen Gurt, der das Verrutschen verhindert, so bringt dich deine Tasche nicht vom Weg ab!

 

Eine Fahrradtasche/Messenger Bag ist eine sichere Lösung für den Transport auf dem Fahrrad. Bild © Chrome Industries

4. Der Sicherheits-Check für’s Fahrrad

Wir wollen dir nicht unterstellen, dass du dein Fahrrad vernachlässigst. Aber erfahrungsgemäß werden Performance-Bikes wie Rennräder, Trekkingräder oder MTBs eher in Schuss gehalten als der olle Drahtesel für die 4km durch die Stadt zum Büro. Und das rächt sich irgendwann! 

 

  1. Schlecht funktionierende Bremsen sind wirklich gefährlich! Du solltest den Abrieb an den Bremsbelägen oder Bremsgummis im Auge behalten und sie rechtzeitig austauschen! Auch Bremsscheiben nutzen sich ab und müssen irgendwann ausgetauscht werden. 
  2. Besonders wichtig sind außerdem fitte Reifen. Abgefahrene Schlappen haben keinen Grip mehr. Damit kannst du nicht sicher in die Kurve gehen, auf nasser Fahrbahn wird es rutschig und du kannst nicht zuverlässig bremsen. Es gibt Allwetterreifen, die du in Städten mit gemäßigten Klima das ganze Jahr über fahren kannst. Für Städte, in denen viel Eis und Schnee zu erwarten sind, empfehlen wir allerdings, das Fahrrad für den Winter mit Winterreifen auszurüsten. 
  3. Außerdem solltest du immer wieder den Reifendruck prüfen. Viele Radfahrer plagen sich auf fast platten Reifen ab, das kostet unnötig Kraft! Aber nicht nur das – wenn die Reifen sehr wenig Luft haben, fährt das Bike schlimmstenfalls instabil. 

 

Wir möchten dir unbedingt einen umfassenden jährlichen Sicherheits-Check ans Herz legen! 

 

Du kannst dein Fahrrad selbst überprüfen. Im Bike Blog gibt es einen ausführlichen Artikel dazu, der dich Schritt für Schritt durch den "Frühjahrscheck" führt. Wenn du noch nie selbst am Fahrrad geschraubt hast, solltest du dir dafür aber Hilfe holen! Du kannst dein Fahrrad für den Sicherheits-Check auch in die Werkstatt bringen.

 

5. High-Vis ist in!

Ein Urban Look in gedeckten Farben ist schön und gut, aber sicher unterwegs bist du damit leider nicht. Wenn du mit dem Fahrrad durch die Stadt fahren willst, darfst du deine Lust auf bunte Farben voll ausleben, denn je schriller das Outfit, desto besser wirst du gesehen. Rot, gelb oder knallgrün, je bunter desto besser! Besonders gut fallen Neon-Farben auf, zumindest sollte deine Oberbekleidung aber hell sein.

Unser Tipp: Es gibt heute Fahrradbekleidung, die sich optisch nicht von normaler Freizeitbekleidung oder sogar dem Outfit für’s Büro unterscheidet. Sie ist aber für Fahrradfahrer geschnitten und darum im Sattel ganz besonders bequem. Fahrrad-Jacken und -hosen sind außerdem oft mit reflektierenden Elementen ausgestattet. Damit bist du nachts, in der Dämmerung oder bei schlechtem Wetter ganz besonders gut zu sehen, das ist wichtig für deine Sicherheit! 

 

Geh auf Nummer sichererer und trage eine Jacke, die im Scheinwerferlicht komplett aufleuchtet! Bild © Assos

6. Verkehrssicherheit ist das A&O!

Wenn du mit dem Bike in der Stadt unterwegs bist, ist ein verkehrssicheres Fahrrad die absolute Grundvoraussetzung! Zu der vorgeschriebenen Ausstattung gehören nicht nur die weiter oben bereits beschriebenen Fahrradlichter, dein Bike sollte weitere sicherheitsrelevante Anbauteile haben! 

 

Das macht dein Fahrrad verkehrssicher:

  1. Fahrradbeleuchtung, zugelassen nach StVZO
  2. Rückstrahler vorne weiß, hinten rot
  3. seitlich sichtbare Reflektoren an den Laufrädern
  4. eine Fahrradklingel
  5. zwei Bremsen
  6. rutschfeste, fest verschraubte Pedale mit gelben Reflektoren

 

Im Bike Blog gibt es einen Beitrag, der dir die nötige Ausstattung ganz genau erklärt. Es lohnt sich wirklich, diesen Artikel zu lesen und das Fahrrad entsprechend aufrüsten, denn ohne diese Fahrradteile leidet nicht nur die Sicherheit, es droht dir auch Ärger bis hin zu Bußgeldern!

 

Fahrrad-Sicherheit für Fortgeschrittene

Einen Tipp wollen wir an dieser Stelle nicht weiter ausführen, denn es versteht sich von selbst, dass “oben ohne” gar nicht geht! Der Fahrradhelm ist und bleibt die wichtigste Sicherheitsmaßnahme. 

Es gibt aber einige Situationen, in denen ein paar einfache Maßnahmen die Sicherheit maßgeblich verbessern. 

Wie du mit dem Fahrrad gut zur Arbeit kommst, erfährst du in unserem Beitrag “Mit dem Fahrrad zur Arbeit”.

Der Winter ist eine besondere Herausforderung für Fahrrad und Fahrer*in. Wie du mit Sicherheit gut durch die kalte Jahreszeit kommst, kannst du in verschiedenen Beiträgen erfahren. Wir beleuchten den Sinn von Winterreifen, erklären dir, mit welchem Zubehör du im Winter sicherer radelst und auch “Fahrradbekleidung für den Winter” ist ein wichtiger Punkt. 

Auch wichtig: Mehr Sicherheit für’s geliebte Bike! Wie das geht, erfährst du in unserem Artikel “Das Fahrrad richtig abschließen”. 

 

 

Titelbild © Metehan Demirkaya auf Pexels