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Im Test: NS Bikes - Snabb 150 Plus 2 Enduro Bike 29 Zoll

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Nach vier Monaten im Einsatz haben wir mit dem NS Snabb 150 Plus 2 mittlerweile mehr als genug Kilometer gesammelt, etliche Trails unter die Stollen genommen und auch verschiedene Bike- und Trailparks ausprobiert. Es ist also an der Zeit ein Fazit zu ziehen und euch zu beschreiben, wie das 29“ Enduro des polnischen Bike- und Komponenten Herstellers bei uns abgeschnitten hat.



Das Snabb 150 gibt es in lediglich zwei Ausstattungsvarianten für 4199 Euro oder 3199 Euro. Wir haben uns hier bewusst für die günstigere Variante entschieden und waren gespannt darauf zu sehen, was ein Bike für knapp 3200 Euro auf dem Kasten hat. Bevor wir aber auf die einzelnen Parts und Fahreigenschaften des Enduro Bikes eingehen, wollen wir uns zunächst den schicken Aluminium Rahmen im Detail anschauen, der bei beiden Modellvarianten zum Einsatz kommt. Eine Carbonversion gibt es vom Snabb 150 nicht, lediglich das Snabb 160 wird mit einem Carbonrahmen angeboten.

Bei unserem Snabb 150 Plus 2 ist der Rahmen matt schwarz lackiert und wirkt so extrem schick. Selbst die Decals sind schwarz und so ist man mit dem Rad definitiv eher dezent unterwegs. Die cleane Optik wird durch die internen Kabelführungen für den Schaltzug und den Zug der Sattelstütze erreicht. Lediglich die hintere Bremsleitung verläuft am Unterrohr entlang. Dies bringt den Vorteil mit sich, dass im Falle eines Bremsenwechsels oder einer Reparatur kein lästiges Gefummel ansteht. Auch wir haben die original verbauten SRAM Level Bremsen ausgetauscht und waren mit den Montage in wenigen Minuten fertig. Zum Bremsenwechsel erzählen wir euch aber später noch mehr.
Einen weiteren Pluspunkt sammelt der Rahmen mit seinen Lagern. Diese haben einen großen Durchmesser und sollen so deutlich steifer und langlebiger sein, vor allem bei seitlich einwirkenden Kräften. Ebenso wurde im Vergleich zum Vorgängermodell die Umlenkwippe am Dämpfer überarbeitet, so dass auch hier höhere Steifigkeitswerte erzielt werden sollen.

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Das matt schwarze Snabb macht mindestens genauso eine gute Figur, wie die Alpenkulisse im Bikepark Brandnertal.


Eine Verstellmöglichkeit der Geometrie bietet der Snabb 150 Rahmen nicht, allerdings ist dies auch nicht notwendig. Das 29“ Enduro Bike bietet eine moderne Geometrie mit der man bergauf wie bergab ordentlich Spaß haben kann. Mit einem effektiven Sitzwinkel von 75,5° und einem Lenkwinkel von 65,5° positioniert einen der Rahmen in einer sehr angenehmen Position. Man kann bergauf effektiv pedalieren und nimmt bergab eine Position ein, mit der man enorm viel Druck auf das Vorderrad aufbauen kann um so alles unter Kontrolle zu behalten. Der Reach ist mit 455 mm in Größe M relativ lang, wobei die Kettenstreben mit 440 mm hingegen eher als kurz zu beschreiben sind. Diese Kombination soll dem 29“ Enduro die nötige Wendigkeit, aber gleichzeitig auch eine hohe Laufruhe ermöglichen.

Auch wenn ein Komplettbike für 3199 Euro im Enduro Bereich sicherlich eher zu den günstigeren Modellen gehört, kann man für diesen Preis schon eine durchdachte und qualitativ hochwertige Part-Liste erwarten. Beginnen wir mit einem der wichtigsten Bausteine für ein gutes Enduro Fully: dem Fahrwerk!
NS Bikes setzt hier auf Produkte aus dem Hause Rock Shox und spendiert seinem Snabb 150 an der Front eine Yari RC mit 160 mm Federweg und am Heck einen Deluxe DebonAir RL Dämpfer mit Trunnion Mount, der dem Hinterbau 150 mm Federweg entlockt. Die Gabel lässt sich mittels Luftkartusche einstellen und der Luftdämpfer verfügt über eine 2-Positionen-Druckstufe, mit der sich mittels eines Hebels auch während der Fahrt der Modus wechseln lässt. So kann man den Dämpfer beim Uphill weitestgehend blockieren und so noch effizienter pedalieren.

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Die Rock Shox Yari leistete und treue Dienste, wurde aber nach etwa zwei Monaten im Einsatz noch mit einer DebonAir Einheit getunt.


NS Bikes setzt zudem auf den NX 1x11 Antrieb von SRAM, der mit einem 34 Zähne Kettenblatt und einer 11-42 Zähne Kassette eine hohe Übersetzungsbandbreite liefert und auch bei steilen Anstiegen ausreichend Reserven hat um effizient bergauf klettern zu können. Auf eine Kettenführung verzichtet NS, allerdings haben wir diese in unserer viermonatigen Testphase kein einziges Mal vermisst. Die Kette hat sich selbst im Bikepark kein einziges Mal vom Kettenblatt verabschiedet.

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Der 1x11 SRAM NX Antrieb liefert nicht nur ausreichand Übersetzungsbandbreite, sondern hielt auch die Kette immer an Ort und Stelle.


Zum Stehen kommt ihr mit den günstigen SRAM Level Bremsen, die im Produktportfolio vom Hersteller als Einsteigermodell gelistet sind. Die zwei Kolben Bremse ist einfach gehalten und verfügt lediglich über ein Griffweiten-Einstellung. Dennoch lässt sich die Bremse gut dosieren und liefert mit den verbauten 203 mm und 180 mm großen Bremssscheiben eine ausreichende Bremsleistung. Im knallharten Einsatz und vor allem bei langen und steilen Abfahrten in den Alpen konnten wir die Level Bremse jedoch an ihre Grenzen bringen. Der Druckpunkt wanderte zwar nicht, aber es war deutlich mehr Kraft von Nöten um auf den Punkt genau bremsen zu können. Im Laufe der Testphase haben wir hier also irgendwann auf die neue Guide T vier Kolben Bremse gewechselt, um mehr Bremskraft zu bekommen.

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Die günstigen Einsteigerbremsen SRAM Level (zwei Kolben) haben wir irgendwann gegen die neue SRAM Guide T vier Kolben Bremse ausgetauscht.


Den nötigen Grip bekommt ihr durch eine Schwalbe Reifenkombi, bestehend aus einem Nobby Nic am Heck und einem Magic Mary an der Front, die beide mit einem normalen Schlauch montiert sind. Diese Kombination liefert mit dem grobstolligen Magic Mary an der Front ordentlich Halt, während der Nobby Nic am Hinterrad für einen geringen Rollwiderstand sorgt. Beide Reifen sind Faltreifen und dementsprechend relativ leicht. Dies ist für das Gesamtgewicht des Bikes natürlich von Vorteil, jedoch hatten wir im groben Einsatz auf Grund von Snakebites gelegentlich mit Platten zu kämpfen. Wer hier auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte auf etwas robustere Enduro Reifen setzen, vor allem wenn man es häufiger in Downhill-Marnier und im Bikepark krachen lassen möchte.

Bei der Sattelstütze hat NS Bikes sich für eine mechanische Teleskopstütze von KindShock entschieden. Der Seilzug verläuft im Rahmen und wird durch das Sitzrohr zur Stütze geführt, was nicht nur optische Vorteile mit sich bringt, sondern die Mechanik im Inneren des Sitzrohres auch vor Dreck und dementsprechend Verschleiß schützt. Nichts desto trotz waren wir mit der Performance nicht immer ganz zufrieden. Nach etwa zwei Monaten dauerhaftem Einsatz wollte die Stütze nicht mehr immer zuverlässig herausfahren, so dass ein Service bzw. eine Säuberung der Mechanik anstand.

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Die Sattelstütze benötigt nach einiger Zeit einen Service, weil sie nicht mehr tadellos rausfuhr.


Auf dem Trail
Die hochpreisigste Ausstattung, die tollsten Geometriedaten und die cleversten Features nützen auf dem Papier nur wenig, wenn das Bike auf dem Trail keine Performance liefert. Aus diesem Grund fokussieren wir uns nun lieber auf die echten Fahreindrücke, statt auf den „Papierkram“. Mit dem Snabb sind wir seit Mitte März diesen Jahres auf etlichen Trails unterwegs gewesen und haben uns ein sehr genaues Bild machen können.
Wir waren im Bikepark & Trailpark Winterberg, in Willingen, im Warsteiner Bikepark, im Trailpark Brilon, in Serfaus/Fiss/Ladis, im Bikepark Brandnertal und natürlich auf unzähligen Hometrails unterwegs. Von flowigen Brechsandstrecken mit großen Sprüngen bis hin zu verblockten Naturtrails war also alles vorhanden um einem solchen Enduro Bike richtig auf den Zahn zu fühlen.

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Während des iXS Dirt Masters Festivals haben wir den Bikepark Winterberg unsicher gemacht. Foto: Karsten Grobe


Da man bei einem Enduro Bike davon ausgehen kann, dass man auch mal den ein oder anderen Kilometer bergauf fährt, wollen wir uns zunächst auf die Uphill Qualitäten konzentrieren. Der Schlüssel zum Erfolg, in diesem Fall einer guten und effizienten Bergauf-Performance, ist in den meisten Fällen eine Kombination aus einem antriebsneutralen Hinterbau und einer guten Sitzposition. Beides ist beim Snabb gegeben. Der 75,5° steile Sitzwinkel positioniert einen relativ zentral über dem Tretlager und man bekommt ordentlich Druck auf die Pedale gebracht. Auch die zweite Komponente für eine gute Performance bergauf ist gegeben, denn der Hinterbau wippt selbst im offenen Dämpfer-Modus nur wenig. Mit einem schnellen Griff zum Dämpfer und dessen Druckstufen-Hebel eliminiert man dann auch das letzte Wippen vollständig, so dass keine Energie mehr verloren geht. Insgesamt klettert das Snabb also durchaus sportlich und selbst alpine Touren waren kein Problem. Die 29“ großen Laufräder helfen zusätzlich dabei, wenn etwas verblocktere Passagen im Uphill gemeistert werden müssen, da sie einfach leichter über Hindernisse rollen.

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Auch auf den Northshore Strecken im Bikepark Brandnertal musste sich das NS beweisen.

 

Da wir bei Bike-Mailorder allerdings aus der gravity Sparte kommen, ist für uns natürlich die Downhill Performance fast noch wichtiger. Was nützt das beste Kletterverhalten, wenn man es bergab nicht richtig krachen lassen kann?
NS Bikes spricht über das Snabb 150 Plus 2 auf der eigenen Webseite von einem Bike für aggressive, harte Fahrer, die auch nach einer ganzen Saison voller harter Einsätze noch auf ihr Material vertrauen möchten. Im Klartext bedeutet dies: lasst es ordentlich richtig krachen, unser Snabb wird euch standhalten und euch Freude bereiten!

Gesagt getan, neben unzähligen Trail Kilometern haben wir das Enduro auch etliche Tage im Bikepark „gequält“ und alles aus dem Bike herausgeholt. Die moderne Geometrie positioniert einen schön zentral im Bike, so dass man sich gleich wohl fühlt und angriffslustig in den Downhill starten kann. Mit jeder Menge Druck auf dem Vorderrad, realisiert durch eine tiefe und breite Front, hat man das Bike auch auf ruppigen Trails immer unter Kontrolle und kann seine gewählte Linie gut halten.
Der Hinterbau tut sein Übriges hinzu und absorbiert von unten kommende Schläge, durch Wurzeln, Felsen und Bremswellen, sehr sensibel und effektiv. Die Federkennlinie ist im ersten Bereich schön linear, was sich in einem sauberen und sensiblen Ansprechverhalten widerspiegelt. Im letzten Drittel des Federwegs steigt die Federkennlinie aber deutlich an und das Fahrgefühl wird progressiver. So beugt man Durchschlägen vor und hat im Fall der Fälle noch Reserven vorhanden. Insgesamt fühlt es sich am Hinterbau nach mehr Federweg an, als die 150 mm es vermuten lassen würden und so spendiert NS Bikes seinem Snabb eine gehörige Portion Downhill-Feeling. Schnell hat man vergessen, dass man eigentlich auf einem 29“ Enduro sitzt und kann munter auf Steinfelder und Wurzelteppiche draufhalten. Tatsächlich gab es in unserer ganzen Testphase nur wenige Situationen, wo wir den Hinterbau aus der Ruhe gebracht haben, was bei einem Enduro im knallharten Bikepark Einsatz nicht unbedingt selbstverständlich ist.

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Auch auf engen Hometrails fehlt es dem Snabb nicht an Wendigkeit und Verspieltheit.


Wenn man sich im Bikepark mit anderen Fahrern über Laufradgrößen unterhält, scheiden sich hier oft die Geister. Die einen sehen den Vorteil der größeren Räder, die anderen verteufeln 29“ Laufräder und sprechen ihnen jegliche Wendigkeit in engen Kurven ab. Letzteres können wir nicht bestätigen. Das Snabb lässt sich wirklich mühelos um enge Kurven zwirbeln und man legt es ohne Probleme von links nach rechts und wieder zurück. Spürbar sind hingegen die Vorteile der großen Laufräder. Sie bügeln über Hindernisse einfach leichter hinweg, was in Kombination mit 160 mm Federweg an der Front für echtes Downhill-Feeling sorgt.

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Schnelle Kurvenwechsel sind mit dem 29" Enduro absolut kein Problem.

 

Als Federgabel steckt im Snabb 150 Plus 2 eine Rock Shox Yari RC - das Einsteigermodell mit Luftkammer. Die Gabel hat uns in den ersten zwei Monaten tolle Dienste geleistet und es gab eigentlich keinen Grund etwas zu verändern - dachten wir zumindest. Auf dem iXS Dirt Masters Festival wurde uns am Sram Truck jedoch ein neues Teil vorgestellt und gleichzeitig direkt eingebaut - eine neue DebonAir Lufteinheit, mit der sich beispielsweise unsere günstige Yari RC Gabel nochmal deutlich verbessern sollte. Das DebonAir Upgrade Kit kostet keine 50 Euro und kann mit einigen Handgriffen selbst eingebaut werden (eine detaillierte Einbauanleitung folgt) und soll vor allem das Ansprechverhalten und die Endprogression verbessern. In der Praxis bedeutet dies, dass man mehr Luftdruck fährt als zuvor und somit die Progression am Ende erhöht, durch das sensiblere Ansprechverhalten aber trotzdem eine optimale Performance im unteren Bereich erhält. Wir waren extrem gespannt und haben die getunte Gabel gleich auf dem Festival auf den Strecken im Bikepark Winterberg ausprobiert. Das Ergebnis war wirklich sofort spürbar und ein himmelweiter Unterschied zur vorherigen Performance. Für jeden, der ein softes Ansprechverhalten liebt, aber seine Gabel generell lieber straff fährt, ist dieses Upgrade wirklich ein Muss! Vorausgesetzt natürlich man fährt aktuell eine Gabel, die noch keine neue DebonAir Einheit von Haus aus verbaut hat. Dieses kostengünstige Tuning hat die Downhill Eigenschaften der Gabel auf jeden Fall noch mal auf eine höhere Stufe gestellt. Der ohnehin sehr sensibel arbeitende Hinterbau und die getunte Gabel bilden nun eine noch bessere und stimmigere Einheit.

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So muss ein Bike aussehen, oder?


Fazit
Wer ein günstiges 29“ Enduro sucht mit dem er vom Bikepark bis hin zu alpinen Touren wirklich alles fahren kann, der wird mit dem NS Snabb 150 Plus 2 absolut seine Freude haben. Die Geometrie überzeugt auf ganzer Linie und macht sowohl bergauf, als auch vor allem bergab mächtig Spaß. Auch die Parts können bei diesem Preis weitestgehend überzeugen, lediglich bei den Bremsen und der Sattelstütze kann man über ein Upgrade nachdenken. Das Federgabel Update, welches wir auf dem iXS Dirt Masters Festival vollzogen haben, ist durchaus sinnvoll, aber keinesfalls zwingend notwendig, da die Gabel auch ohne neue DebonAir Einheit wirklich gut arbeitet.

Pro’s
    •    trotz 29“ sehr wendig
    •    laufruhig
    •    fühlt sich nach mehr Federweg an
    •    effektives bergauf pedalieren
    •    moderne Geometrie
    •    Preis/Leistung
    •    Optik


Con’s
    •    Sattelstütze mechanisch mit gelegentlichen Problemen
    •    original verbaute SRAM Level Bremse teilweise überfordert

 

 

 

 

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