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SQlab - „612 Ergowave active“

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Man kann ja sagen was man will, aber wenn der Sattel nicht zum Fahrer passt, kann das Fahrrad noch so schön sein und es kommt trotzdem keine Freude auf. SQlab hat sich das Thema Ergonomie schon lange auf die Fahne geschrieben und wir haben den  SQlab 612 Ergowave active Sattel nun getestet!     

Nicht jeder ist ein Langzeitfahrer oder bezwingt etliche hundert Kilometer die Woche. Dennoch sitzen die meisten von euch viel im Sattel, vernachlässigen aber oft das Thema Ergonomie beim Sattel. Gut aussehen muss er, leicht sein und gut zum Style des Bikes passen. Viele sind der Annahme, dass eine geeignete Bib-Short ausreicht um ein bequemes Sitzen zu ermöglichen, allerdings kommt meist recht schnell die Erkenntnis, dass dem nicht so ist wenn der Sattel einfach nicht passt. Die Wahl wäre also ein Sattel der auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt ist und im besten Fall ordentlich vermessen wurde. Am besten geht man also zu einem Händler der die Möglichkeit hat den Abstand der Gesäßknochen zu messen, alternativ kann man dies aber auch selber in die Hand nehmen. Am einfachsten ist es dazu ein Stück Wellpappe zu nehmen und sich kräftig darauf zu setzen. Am besten macht ihr das auf einem Stuhl, so dass ihr euch mit den Händen noch ranziehen könnt. So sollten eure Gesäßknochen einen Abdruck in der Pappe hinterlassen und ihr könnt den Abstand von Mittelpunkt zu Mittelpunkt messen. Mit diesem Wert könnt ihr euch dann auf die Suche nach einem neuen Sattel machen. Wir haben uns in diesem Fall den SQlab 612 Ergowave active angeschaut. Diesen gibt es in zwei verschiedenen Ausführungen, einmal mit Carbonstreben und einmal ohne, was natürlich unterschiedliche Preise und Gewichte mit sich bringt, die Funktion bzw. die Eigenschaften des Sattels bleiben dabei allerdings identisch.

 

ALLGEMEIN

Der SQlab 612 Ergowave active Carbon ist zweifelsohne das Flagschiff der ergonomischen Sättel bei SQlab. Knapp 230 Euro sind eine Menge Geld aber schon allein der erste Eindruck zeugt hier von hoher Qualität. Der Sattel ist extrem hochwertig verarbeitet und auch der Materialeinsatz lässt keine Wünsche offen. Das erste was uns auffällt ist: „Boa ist der leicht!“ – 189 Gramm (15 cm Version) mögen für den ein oder anderen Gewichtsfetischisten vielleicht zu viel sein, unter Berücksichtigung seiner ergonomischen Fähigkeiten ist dies aber durchaus ein mehr als respektabeles Gewicht! Beim günstigeren Modell ohne Carbonstreben bleibt die Waage bei 218 Gramm stehen (15 cm Version). Klar zu erkennen ist natürlich auch das Hauptmerkmal des Sattels, nämlich die Vertiefung zwischen den zwei Polstern für die Sitzknochen. Hier sollen die männlichen Kronjuwelen Platz finden und so nicht dauerhaft „plattgesessen“ werden. Ich war mehr als gespannt und erhoffte mir längere Fahrten ohne Taubheitsgefühl.

 

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MONTAGE

Eigentlich gibt es zur Montage nicht viel zu sagen, außer, dass man beim Festziehen der Schrauben,zumindest beim Carbon Modell, vorsichtig sein sollte – immerhin sind die Sitzstreben aus Carbon und vertragen keine rohe Gewalt mit dem 30 cm langen Inbusschlüssel auf Anschlag. Zusätzlich achtet darauf, dass eure Klemmung der Sattelaufnahme mit der ovalen Form der Carbon Sattelstreben kompatibel ist.

 

 

DER TESTBERICHT

Laut Herstellerhomepage ist der gewichtsoptimierte 612 Ergowave active Carbon auf die Bedürfnisse des Racers im Bereich Rennrad und Mountainbike konzipiert. Aber was genau bedeutet das und sind diese Vorteile wirklich spürbar? Die heruntergezogene Sattelnase bringt dem Fahrer in Kombination mit der Vertiefung in der Sattelmitte Entlastung für den Dammbereich, so SQlab. Ein wichtiger Aspekt, denn nicht selten klagen Fahrer über einschlafende Kronjuwelen was bei regelmäßigen Fahrten zum Einen sehr störend ist und sich zum Anderen auch auf die Potenz des Mannes auswirken kann. Und was soll ich sagen, nach mehreren hundert Kilometern bin ich von dieser Kombination begeistert und habe tatsächlich spürbar weniger Druck im Dammbereich Ebenfalls spannend ist das hochgezogene Heck in Kombination mit der wellenartigen Form des Sattels. Diese beiden Faktoren sorgen dafür, dass man beim Fahren nicht nach hinten rutscht und lassen einen so immer in der optimalen Position sitzen. Was in der Theorie schon gut klingt, macht sich auch beim fahren bemerkbar. Sonst fange ich nach einigen Kilometern immer an auf dem Sattel hin und her und vor und zurück zu rutschen um meine Position zu verbessern bzw. zu optimieren. Mit dem 612 Ergowave active gehört dies der Vergangenheit an. Egal ob ich entspannt pedaliere oder aggressiv im Wald auf Enduro Mission gehe, mein Hinterteil bleibt immer an Ort und Stelle! Durch die gute Ergonomie ist es zudem nicht notwendig ein super weiches Sattelpolster zu verwenden, im Gegenteil, der Sattel bzw. dessen Polsterung ist relativ straff und dünn bemessen. Das spart zum einen Gewicht, reicht zum anderen aber auch völlig aus um ein komfortabeles Gefühl zu haben. Nicht zu vergessen ist die „active“ Technologie, die aus Elastomeren besteht, die unter dem Sattelheck zwischen den Sattelstreben angebracht werden. Diese Elastomere gibt es in drei verschiedenen Härtegraden so dass man sie entsprechend der eigenen Vorlieben anpassen kann. Aber was genau bewirkt diese Technologie? Das habe ich mich auch gefragt und habe es mir genau erklären lassen. Mit Hilfe der „active“ Technologie folgt der Sattel den Tretbewegungen (je nach Elastomerhärte mehr oder weniger) und entlastet so nicht nur die Sitzknochen, sondern mobilisiert auch die Bandscheiben und erhöht dementsprechend den Komfort. Beim normalen Pedalieren ist dies nicht wirklich spürbar, legt man es aber drauf an und verlagert das Gewicht je nach Pedalumdrehung ein wenig mehr nach links oder rechts kann man diesen Effekt wiederum deutlich spüren. Es ist also eher ein unterschwelliger Effekt, der jedoch im Gesamtpaket dazu beiträgt den Komfort deutlich zu erhöhen.

 

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FAZIT

Ich bin die Sattelthematik angegangen, weil ich Probleme mit einschlafenden Füßen bzw. Zehen hatte und mit Hilfe des SQlab 612 Ergowave active sind diese Probleme fast wie weggeblasen. Nur noch gelegentlich und nach längeren Fahrten spüre ich ein leichtes Kribbeln, allerdings ist es kein Vergleich mehr zum Gefühl welches ich mit anderen Sätteln hatte. Ich habe nun mehr Sitzkomfort und „quäle“ mich nicht schon nach 10 Kilometern, weil mir der Hintern wehtut. Wem 230 Euro dennoch zu viel sind für einen Sattel, der kann auch das Modell ohne Carbonstreben nehmen und zahlt dann nur knapp 150 Euro!

 

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