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Tests

Im Test: Octane One OMG Endurobike - Kann günstig auch gut sein?

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Die Suche nach dem richtigen Mountainbike kann mitunter schwierig sein, da der Markt einfach unglaublich viele Auswahlmöglichkeiten bietet. Noch komplizierter wird es, wenn der Geldbeutel keine großen Investitionen von mehreren tausend Euro ermöglicht. Zum Glück gibt es aber Hersteller wie Octane One, die genau für diese Situation günstige Komplettbikes anbieten. Aber taugen diese Mountainbikes auch wirklich für den ungebremsten Spaß auf dem Trail? Wir haben es ausprobiert und das Octane One OMG Endurobike für 1.899€ UVP intensiv getestet.

Allgemeine Infos zum Octane One OMG

Betrachtet man das OMG optisch, so würde man auf den ersten Blick vermutlich nicht erkennen, dass das Komplettbike der polnischen Firma für unter 2.000€ den Besitzer wechselt. Octane One versteht es zweifelsohne mit seinen Produkten die Brücke zwischen günstigen und stylischen Produkten zugleich zu schlagen. Neben günstigen Komplettbikes aus dem Gravel-, Dirt-Jump- und Enduro-Bereich bietet Octane One auch jede Menge Anbauteile an. Diese haben auch ihren Weg an das OMG Endurobike gefunden und bieten den Vorteil, dass der Hersteller so bei Kompletträdern auch im günstigen Bereich ausreichend Spielraum hat, um zum Beispiel ein hochwertiges Fahrwerk zu verbauen.

Das OMG ist komplett schwarz gehalten und überzeugt mit einer modernen Optik. Die hydro-geformten Aluminiumrohre wirken schön dezent und sind nicht mit übermäßig großen Firmenlogos versehen, so dass es erstens schön clean ist und zweitens noch genug Platz für individuelle Anpassungen bleibt, zum Beispiel mit den Rahmen-Schutzfolien von All Mountain Style.

Aber kann ein Komplettrad für 1.899€ UVP auch auf dem Trail überzeugen? Wir haben es ausprobiert – lest hier unseren ausführlichen Testbericht.

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Unser Testeindruck vom OMG

Das Octane One OMG haben wir mit 130/140 mm Federweg auf diversen Hometrails, im Trailpark sowie im Bikepark ausprobieren können – sowohl bergauf als natürlich auch bergab. Im folgenden Abschnitt gehen wir nun gezielt auf die einzelnen Bereiche des Octane One OMG ein.

Geometrie

Die Polen haben das OMG speziell auf die 29“ Zoll großen Laufräder ausgerichtet und ihm eine insgesamt sehr moderne Geometrie verpasst. Schon bei den ersten Testfahrten auf dem Parkplatz wird klar, dass dieses Rad gut ausbalanciert ist und man eine schön zentrale Position auf dem Rad einnimmt. 

Mit 180 cm Körpergröße unseres Testfahrers haben wir uns bewusst für die Rahmengröße M entschieden, denn mit einer effektiven Oberrohrlänge von 631 mm und einem Reach von 455 mm ist das OMG relativ lang. Im Test hat sich gezeigt, dass dies die richtige Entscheidung war, denn so gab einem das Rad ausreichend Laufruhe und trotzdem konnte man jede Menge Druck auf das flache Cockpit ausüben. In Kombination mit 29“ Zoll großen Laufrädern rollt man so auch auf anspruchsvollen und schnellen Trails mühelos über die Hindernisse hinweg und hat alles bestens unter Kontrolle. 

Trotz der hohen Laufruhe – resultierend aus dem langen Radstand von 1.215 nmm und dem 65,5 Grad flachen Lenkwinkel – bleibt das OMG mit seinen 438 mm kurzen Kettenstreben ausreichend wendig und ließ sich verspielt über die Trails bewegen.

Insgesamt hat man bei der Geometrie des Octane One das Gefühl, dass sich die Entwickler wirklich Gedanken gemacht haben, um ein gut funktionierendes Fully zu konstruieren. Die Geometrie ist modern, überzeugt mit einer guten Balance zwischen Laufruhe und Wendigkeit und positioniert den Fahrer sehr zentral im Bike – perfekt um es richtig krachen zu lassen auf dem Trail.

Aber auch beim Uphill überzeugt das OMG mit einem Hinterbau der nur geringfügig wippt. Stört einen dieses leichte Wippen, lässt sich der Dämpfer blockieren. Die Sitzposition ist angenehm und man bekommt ausreichend Druck auf die Pedale übertragen, um auch steilere Anstiege zu meistern.

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Fahrwerk

Das OMG bietet mit seinem Manitou Luftfahrwerk 130 mm Federweg am Heck und 140 mm Federweg an der Front. So ist das Endurobike perfekt für alle Arten von Trails ausgestattet und hält auch dem Bikepark-Besuch am Wochenende problemlos stand.

In der Preisklasse von Komplettbikes unter 2.000€ sind Luftfahrwerke nicht an der Tagesordnung. Umso schöner also, dass wir beim OMG sowohl die Manitou Machete Comp Federgabel als auch den Manitou Radium Expert Dämpfer perfekt auf das Fahrergewicht anpassen können. So umgeht man nicht nur, dass man evtl noch andere Federn mit dem passenden Härtegrad nachrüsten muss, sondern kann das Fahrwerk auch spontan entsprechend der anstehenden Trails auf die eigenen Vorlieben anpassen. 

Bei der Machete Comp Federgabel hat man zusätzlich zur Luftkammer noch die Möglichkeit die TPC Zugstufe und die Kwik Kompressions Dämpfung einzustellen. So bietet Manitou einem die Möglichkeit das Federungsverhalten der Gabel perfekt einzustellen und das spiegelte sich auch im Test wieder. Das OMG nutzt bei korrekter Fahrwerkseinstellung den kompletten Federweg aus und die Progression des Federwegs steigt zum Ende hin steil an. So spricht die Gabel im ersten Drittel des Federwegs sanft an und wird dann zunehmend progressiver, um auch größere Schläge gut abfangen zu können ohne durchzuschlagen.

Beim Radium Expert Dämpfer verhält es sich ähnlich. Der Dämpfer spricht sanft an und bietet dann ausreichend Reserven. Zusätzlich verfügt der Dämpfer auch über eine Lockout-Funktion, mit der man den Dämpfer mit einem leichten Verstellen eines Hebels starr stellen kann – optimal für längere Uphill-Passagen.

Insgesamt würden wir das Fahrwerk als sehr ausgewogen beschreiben. Gabel und Dämpfer harmonieren und bieten ein homogenes Fahrgefühl. Die Geometrie des Rahmens lässt die Federelemente sanft ansprechen, so dass man auch auf anspruchsvollen Trails die Kontrolle behält.

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Antrieb

Beim Antrieb setzt Octane One auf ein 1x11 System, welches sich aus Komponenten verschiedener Hersteller zusammensetzt. Die Zeron Kurbel samt Kettenblatt kommt aus dem Haus Suntour und wird mit einem SRAM Power Spline Innenlager und einer Sunrace 11-46 Kassette kombiniert. Als Schalteinheit kommen ein Shimano SLX Schaltwerk und ein SL-M7000 Schalthebel zum Einsatz. Diese Kombination mit 11 Gängen funktionierte tadellos. Schnelle Gangwechsel und saubere Schaltvorgänge konnten uns sowohl Downhill, als auch Uphill überzeugen. Lediglich die KMC-Kette wollte gelegentlich nicht so gut auf dem vorderen Kettenblatt bleiben, so dass wir sie einige Male neu aufsetzen mussten. Nachdem wir die Kette um zwei Glieder gekürzt haben, war das Problem kaum noch vorhanden, da so vor allem in den unteren Gängen mehr Kettenspannung vorhanden war.

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Bremsen

Bei den Bremsen setzt Octane One auf die günstigen aber hydraulischen Shimano MT-200 Scheibenbremsen. Die 2-Kolben Bremse bietet auf dem Trail eine gute Performance. Sie ist bissig und lässt sich gut dosieren, auch wenn der Bremshebel für drei Finger ruhig etwas filigraner sein dürfte. Auf langen Abfahrten mit einigen Kilometern Länge, auf denen man aufgrund des Geländes recht viel auf der Bremse steht, merkt man jedoch schon, dass sie irgendwann an ihre Grenzen kommt und nicht mehr so stark verzögert wie zuvor. Auf unseren Hometrail-Runden und auch auf den meisten Bikepark-Strecken reicht die MT-200 aber vollkommen aus.

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Laufräder & Reifen

Für optimale Rolleigenschaften hat sich der polnische Hersteller Octane One für 29“ Zoll Laufräder entschieden und die Geometrie des Rahmens entsprechend darauf angepasst. Die Solar-Trail-Laufräder kommen aus der eigenen Firma und sind tubeless ready. So lässt sich der Tubeless-Umbau ohne Probleme realisieren, wenn man es denn möchte – Tubeless-Milch rein und einen entsprechenden Tubeless-Reifen aufziehen.

Im Test machten die Laufräder eine gute Figur. Auch nach mehreren Durchschlägen bis auf die Felge sind keine Defekte oder Unwuchten zu erkennen. Die Rolleigenschaften sind gut, lediglich die Konusmuttern am Hinterrad hatten sich nach einer Woche im Einsatz leicht gelöst, so dass wir hier einmal das Rad ausbauen und die Muttern nachziehen mussten.

Auf den Felgen sind Schwalbe Nobby Nic Reifen montiert, die bei sommerlich trockenen Böden eine super Figur gemacht haben. Sowohl auf harten, als auch auch weichen Böden lieferten die frischen Nobby Nic ordentlich Grip und ließen sich auch im Grenzbereich gut kontrollieren. Im Nassen schwand der Grip merklich, das Bike ließ sich mit angepasster Geschwindigkeit dennoch gut kontrollieren. Der Rollwiderstand ist sehr gering, so dass man vor allem beim Uphill davon profitiert und gut vorankommt. 

Für den hemmungslosen Enduro- oder Bikepark-Einsatz sind die Schwalbe Nobby Nic allerdings etwas unterdimensioniert und anfälliger für Durchschläge bzw. Platten. Je nachdem wo die eigenen Prioritäten liegen, kann man hier über ein Update nachdenken und robustere Reifen aufziehen.

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Anbauteile

Das Cockpit kommt ebenfalls aus dem Hause Octane One. Der Lenker ist 760 mm breit und der Vorbau 45mm lang. Diese Kombination ermöglicht es dem Fahrer ordentlich Druck auf das Vorderrad zu bringen, so dass er stets die volle Kontrolle hat. Für unseren Geschmack dürfte der Lenker ruhig noch ein wenig breiter sein, vor allem, wenn man hauptsächlich Downhill unterwegs ist, allerdings ist das natürlich Geschmackssache.

Die X-Fusion Manic Teleskopsattelstütze wird mechanisch mit einem Remote Hebel vom Lenker aus gesteuert und verfügt über 125 mm Hub. Das ist bei einer korrekt ausgewählten Rahmenhöhe ausreichend, um die Sattelstütze nahezu ganz zu versenken und mit ausgefahrener Stütze dennoch eine optimale Sitzposition zu erhalten. Der Mechanismus funktioniert sehr gut und die Höhe des Sattels lässt sich mit geringem Kraftaufwand stufenlos verstellen. 

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Unser Fazit zum Octane One OMG

Wer einen Golf kauft, darf keinen Porsche erwarten. Getreu diesem Motto haben wir das Octane One OMG ausgiebig getestet und keine zu hohen Erwartungen gehabt. Kein Wunder, wenn ein Komplettrad soviel kostet wie bei anderen Herstellern allein die Federgabel verbucht. Im Test wurden wir aber erneut eines besseren belehrt, dass günstige Bikes nicht zwangsläufig weniger können müssen. 

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Das OMG der Polen hat uns im Test in Sachen Preis-Leistung und auch im Hinblick auf die Funktionalität absolut überzeugt. Für deutlich unter 2000€ bekommt ihr ein vollwertiges Trail- und Endurobike, mit dem ihr auf unterschiedlichstem Gelände richtig Spaß haben könnt. Die Geometrie ist modern und voll auf den Downhill-, aber auch Uphill-Einsatz ausgelegt. Natürlich sind die Anbauteile nicht highend, aber bieten alle eine gute und grundsolide Basis. Mit kleinen Updates hier und da hat man mit diesem Rad auch in einigen Jahren noch seine Freude. 

Wir finden, dass das Octane One OMG nicht nur ein reines Einsteiger-Bike ist, sondern auch fortgeschrittene Fahrer mit einem schmaleren Geldbeutel hier gut beraten sind.

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